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	<title>CVE-2026-46300 - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-17T19:33:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Xinux Wiki</subtitle>
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		<id>https://wiki.ixheim.de/index.php?title=CVE-2026-46300&amp;diff=70065&amp;oldid=prev</id>
		<title>Thomas.will: Die Seite wurde neu angelegt: „= CVE-2026-46300 – Fragnesia =  ''Fragnesia'' ist eine lokale Privilege-Escalation-Schwachstelle (LPE) im Linux-Kernel, entdeckt am 13. Mai 2026 von William…“</title>
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		<updated>2026-05-16T07:53:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „= CVE-2026-46300 – Fragnesia =  &amp;#039;&amp;#039;Fragnesia&amp;#039;&amp;#039; ist eine lokale Privilege-Escalation-Schwachstelle (LPE) im Linux-Kernel, entdeckt am 13. Mai 2026 von William…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;= CVE-2026-46300 – Fragnesia =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Fragnesia'' ist eine lokale Privilege-Escalation-Schwachstelle (LPE) im Linux-Kernel,&lt;br /&gt;
entdeckt am 13. Mai 2026 von William Bowling (Zellic / V12 Security) mithilfe eines&lt;br /&gt;
KI-gestützten Code-Audit-Tools. Sie ist die dritte kritische Kernel-Lücke dieser Art&lt;br /&gt;
innerhalb von drei Wochen – nach ''Copy Fail'' und ''Dirty Frag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name leitet sich vom technischen Kernproblem ab: Der Socket-Buffer ''vergisst''&lt;br /&gt;
(''forgets''), dass ein Fragment (''frag'') als geteilt markiert war –&lt;br /&gt;
''frag amnesia'' → ''Fragnesia''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragnesia gehört zur selben Fehlerklasse wie ''Dirty Pipe'', ''Copy Fail'' und ''Dirty Frag'':&lt;br /&gt;
Ein normaler Benutzer ohne Root-Rechte kann gezielt Daten in den ''Page Cache'' des&lt;br /&gt;
Kernels schreiben, ohne dass die eigentliche Datei auf dem Datenträger verändert wird.&lt;br /&gt;
Klassische Erkennungsmethoden wie Hashprüfungen oder Log-Analysen greifen daher nicht.&lt;br /&gt;
Nach einem Neustart oder beim Leeren des Page Cache verschwinden alle Spuren automatisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu vielen anderen Kernel-Exploits erfordert Fragnesia kein präzises&lt;br /&gt;
Timing und keinen Race Condition – es handelt sich um einen deterministischen&lt;br /&gt;
Logikfehler mit sehr hoher Erfolgsrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders unangenehm: Fragnesia ist ein unbeabsichtigter Nebeneffekt des Patches,&lt;br /&gt;
der ''Dirty Frag'' beheben sollte. Dirty-Frag-Entdecker Hyunwoo Kim hat öffentlich&lt;br /&gt;
bestätigt, dass die Lücke durch den Commit zu CVE-2026-43284 erst aktiviert wurde.&lt;br /&gt;
Jeder Kernel, der den Dirty-Frag-Patch zwischen dem 7. und 13. Mai 2026 erhielt,&lt;br /&gt;
war anschließend für Fragnesia angreifbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betroffene Komponente ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;XFRM ESP-in-TCP (CVE-2026-46300)&lt;br /&gt;
:Der Fehler liegt in der Kernfunktion &amp;lt;code&amp;gt;skb_try_coalesce()&amp;lt;/code&amp;gt; im Socket-Buffer-Code.&lt;br /&gt;
Beim Zusammenführen von Socket-Buffer-Fragmenten wird das Flag&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;SKBFL_SHARED_FRAG&amp;lt;/code&amp;gt; nicht weitergegeben. Der Kernel verliert dadurch die&lt;br /&gt;
Information, dass ein Fragment extern gespeichert ist – zum Beispiel durch Page-Cache-Seiten,&lt;br /&gt;
die via &amp;lt;code&amp;gt;splice()&amp;lt;/code&amp;gt; aus einer Datei eingebunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der XFRM-ESP-in-TCP-Empfangspfad führt anschließend eine AES-GCM-Entschlüsselung&lt;br /&gt;
direkt auf diesen Page-Cache-Seiten durch (''in-place decryption''). Durch Kontrolle&lt;br /&gt;
des Initialisierungsvektors (IV/Nonce) wird dies zu einem deterministischen&lt;br /&gt;
Ein-Byte-Schreibzugriff auf die gecachte Kopie einer beliebigen lesbaren Datei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwachstelle betrifft alle Kernel ohne den Upstream-Patch vom 13. Mai 2026.&lt;br /&gt;
Amazon Linux ist nicht betroffen – das Modul &amp;lt;code&amp;gt;espintcp&amp;lt;/code&amp;gt; wird dort nicht ausgeliefert.&lt;br /&gt;
CloudLinux 7 (nicht 7h) ist ebenfalls nicht betroffen (älterer Kernel-Pfad).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betroffene Versionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Distributionen mit Kerneln vor dem 13. Mai 2026, sofern das Modul&lt;br /&gt;
&amp;lt;code&amp;gt;espintcp&amp;lt;/code&amp;gt; verfügbar ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ubuntu (bestätigt: 6.8.0-111-generic, Build vom 11. April 2026)&lt;br /&gt;
* Red Hat Enterprise Linux / CentOS Stream 10&lt;br /&gt;
* AlmaLinux 8, 9, 10&lt;br /&gt;
* Fedora&lt;br /&gt;
* Debian&lt;br /&gt;
* SUSE / openSUSE Tumbleweed&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proof of Concept ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der PoC wurde von William Bowling (V12 Security) öffentlich auf GitHub veröffentlicht&lt;br /&gt;
und ist in C geschrieben. Er zielt auf &amp;lt;code&amp;gt;/usr/bin/su&amp;lt;/code&amp;gt; im Page Cache und&lt;br /&gt;
öffnet eine Root-Shell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kompilieren und ausführen&lt;br /&gt;
 git clone https://github.com/v12-security/pocs.git&lt;br /&gt;
 cd pocs/fragnesia&lt;br /&gt;
 gcc -o exp fragnesia.c&lt;br /&gt;
 ./exp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinweis Ubuntu:''' AppArmor schränkt unprivilegierte User-Namespaces standardmäßig&lt;br /&gt;
ein. Zum Testen muss diese Einschränkung zunächst deaktiviert werden:&lt;br /&gt;
 sudo sysctl -w kernel.apparmor_restrict_unprivileged_userns=0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ablauf des Exploits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;lt;code&amp;gt;unshare(CLONE_NEWUSER | CLONE_NEWNET)&amp;lt;/code&amp;gt; – erstellt unprivilegierte User- und&lt;br /&gt;
  Network-Namespaces; innerhalb des Namespace erhält der Prozess &amp;lt;code&amp;gt;CAP_NET_ADMIN&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
  ohne echte Host-Rechte&lt;br /&gt;
# Via &amp;lt;code&amp;gt;NETLINK_XFRM&amp;lt;/code&amp;gt; wird eine Transport-Mode ESP-in-TCP Security Association&lt;br /&gt;
  mit AES-128-GCM, bekanntem Key und SPI &amp;lt;code&amp;gt;0x100&amp;lt;/code&amp;gt; installiert&lt;br /&gt;
# Eine 256-Einträge-Keystream-Tabelle wird über &amp;lt;code&amp;gt;AF_ALG&amp;lt;/code&amp;gt; aufgebaut:&lt;br /&gt;
  Für jeden möglichen Byte-Wert (0–255) wird die passende Nonce vorberechnet&lt;br /&gt;
# Via &amp;lt;code&amp;gt;splice()&amp;lt;/code&amp;gt; werden file-backed Pages (z. B. von &amp;lt;code&amp;gt;/usr/bin/su&amp;lt;/code&amp;gt;)&lt;br /&gt;
  in den TCP-Receive-Queue eingereiht&lt;br /&gt;
# Der Socket wird in den &amp;lt;code&amp;gt;espintcp&amp;lt;/code&amp;gt;-ULP-Modus versetzt –&lt;br /&gt;
  ''nach'' dem splice, zu spät für die Shared-Frag-Prüfung&lt;br /&gt;
# Der Kernel entschlüsselt die Page-Cache-Seiten direkt (in-place AES-GCM)&lt;br /&gt;
# Der AES-GCM-Keystream XORt sich kontrolliert in die Zielseite –&lt;br /&gt;
  ein deterministischer Ein-Byte-Schreibzugriff pro Durchlauf&lt;br /&gt;
# Schritte 4–7 werden byte-für-byte wiederholt bis der gewünschte Payload steht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Ergebnis&lt;br /&gt;
Beim nächsten Aufruf von &amp;lt;code&amp;gt;su&amp;lt;/code&amp;gt; wird der injizierte Stub als Root ausgeführt.&lt;br /&gt;
Die Datei auf dem Datenträger bleibt unverändert – File-Integrity-Monitoring&lt;br /&gt;
(Tripwire, Checksummen, auditd) meldet keinen Befund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Achtung nach dem Test:''' Der vergiftete Page-Cache-Eintrag bleibt bis zum&lt;br /&gt;
expliziten Leeren oder Neustart bestehen. Jeder weitere &amp;lt;code&amp;gt;su&amp;lt;/code&amp;gt;-Aufruf&lt;br /&gt;
auf der Maschine öffnet erneut eine Root-Shell:&lt;br /&gt;
 sudo sh -c 'echo 3 &amp;gt; /proc/sys/vm/drop_caches'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fix ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis ein offizieller Kernel-Patch für die verwendete Distribution verfügbar ist,&lt;br /&gt;
können die verwundbaren Module deaktiviert werden. Kein Neustart erforderlich.&lt;br /&gt;
Die Mitigation ist identisch mit der für ''Dirty Frag'' –&lt;br /&gt;
wer sie bereits angewendet hat, ist auch gegen Fragnesia geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Module dauerhaft deaktivieren und sofort entladen&lt;br /&gt;
 sudo sh -c &amp;quot;printf 'install esp4 /bin/false\ninstall esp6 /bin/false\ninstall rxrpc /bin/false\n' \&lt;br /&gt;
   &amp;gt; /etc/modprobe.d/fragnesia.conf; rmmod esp4 esp6 rxrpc 2&amp;gt;/dev/null; true&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mitigation prüfen (keine Ausgabe = Module nicht geladen = geschützt)&lt;br /&gt;
 lsmod | grep -E 'esp4|esp6|rxrpc'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Page Cache leeren (falls Exploit möglicherweise bereits ausgeführt wurde)&lt;br /&gt;
 sudo sh -c 'echo 3 &amp;gt; /proc/sys/vm/drop_caches'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinweis:''' Das Leeren des Page Cache entfernt nur die vergiftete In-Memory-Kopie.&lt;br /&gt;
Falls ein Angreifer bereits Root erlangt und eine Backdoor installiert hat,&lt;br /&gt;
ist das System als vollständig kompromittiert zu behandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem verfügbaren Kernel-Update:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Debian / Ubuntu&lt;br /&gt;
 apt update &amp;amp;&amp;amp; apt upgrade&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Rocky Linux / RHEL / AlmaLinux / Fedora&lt;br /&gt;
 dnf update&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernel-Version nach dem Update prüfen:&lt;br /&gt;
 uname -r&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu Dirty Frag und Copy Fail ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle drei Lücken nutzen denselben Page-Cache-Corruption-Mechanismus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! CVE !! Name !! Entdeckt !! Modul(e) !! Besonderheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[CVE-2026-31431]] || Copy Fail || ~29. April 2026 || &amp;lt;code&amp;gt;algif_aead&amp;lt;/code&amp;gt; || In CISA KEV-Katalog; aktiv ausgenutzt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[CVE-2026-43284]] / [[CVE-2026-43500]] || Dirty Frag || 7. Mai 2026 || &amp;lt;code&amp;gt;esp4&amp;lt;/code&amp;gt;, &amp;lt;code&amp;gt;esp6&amp;lt;/code&amp;gt;, &amp;lt;code&amp;gt;rxrpc&amp;lt;/code&amp;gt; || Zwei verkettete Bugs&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| CVE-2026-46300 || Fragnesia || 13. Mai 2026 || &amp;lt;code&amp;gt;esp4&amp;lt;/code&amp;gt;, &amp;lt;code&amp;gt;esp6&amp;lt;/code&amp;gt;, &amp;lt;code&amp;gt;rxrpc&amp;lt;/code&amp;gt; || Durch Dirty-Frag-Patch aktiviert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Dirty-Frag-Mitigation (Blacklist &amp;lt;code&amp;gt;esp4&amp;lt;/code&amp;gt;, &amp;lt;code&amp;gt;esp6&amp;lt;/code&amp;gt;, &amp;lt;code&amp;gt;rxrpc&amp;lt;/code&amp;gt;) bereits&lt;br /&gt;
angewendet hat, ist auch gegen Fragnesia geschützt – aber nicht automatisch gegen&lt;br /&gt;
Copy Fail (dort ist zusätzlich &amp;lt;code&amp;gt;algif_aead&amp;lt;/code&amp;gt; relevant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://github.com/v12-security/pocs/tree/main/fragnesia V12 Security – PoC auf GitHub]&lt;br /&gt;
* [https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-46300 CVE-2026-46300 – NVD]&lt;br /&gt;
* [https://almalinux.org/blog/2026-05-13-fragnesia-cve-2026-46300/ AlmaLinux Security Advisory]&lt;br /&gt;
* [https://www.bleepingcomputer.com/news/security/new-fragnesia-linux-flaw-lets-attackers-gain-root-privileges/ BleepingComputer – Fragnesia]&lt;br /&gt;
* [https://www.helpnetsecurity.com/2026/05/14/fragnesia-cve-2026-46300-linux-lpe-vulnerability/ Help Net Security]&lt;br /&gt;
* [https://www.tenable.com/blog/fragnesia-cve-2026-46300-faq-about-new-linux-kernel-xfrm-esp-in-tcp-priv-esc Tenable FAQ]&lt;br /&gt;
* [https://lists.openwall.net/netdev/2026/05/13/79 Upstream-Patch – netdev Mailingliste]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privilege Escalation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Cybersecurity]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linux Kernel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:CVE]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Thomas.will</name></author>
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