Geschichte Unix: Unterschied zwischen den Versionen

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*Am Anfang von Linux steht Multics, ein von Bell Laboratories geschaffenes "Betriebssystem", das noch mit Lochkarten arbeitete.
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*Am Anfang von Linux steht Multics, ein von Bell Laboratories, General Electric und dem MIT geschaffenes Mehrbenutzersystem auf der GE-645. In dieser Zeit war die Arbeit mit Lochkarten noch verbreitet.
*Multics wird mit Unterstützung von AT&T und Western Electric unter Mitarbeit von Ken Thompson und Dennis Ritchie weiterentwickelt.
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*Multics wird mit Unterstützung von AT&T und Western Electric unter Mitarbeit von Ken Thompson und Dennis Ritchie weiterentwickelt.
*Obwohl sich Bell Laboratories bald zurückzieht, gibt Thompson das Projekt nicht auf.
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*Zum Entwicklerteam gehören auch Rudd Canaday und Brian Kernighan.
 
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*Letzterer gibt 1970 dem Betriebssystem den Namen UNIX.  
 
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*Das für eine DEC PDP-7 geschriebene Unix als Version 1 auf eine PDP-11 portiert.
 
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*Biszur Version 4 entwickelt Ritchie die Programmier- (Hoch-) Sprache C.
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*Zwischen 1972 und 1973 entwickelt Dennis Ritchie die Programmiersprache C.
*Das in Assembler geschriebene Unix wird fast völlig nach C übersetzt.
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*Das in Assembler geschriebene Unix wird ab Version 6 (1975) fast vollständig nach C übersetzt.
 
*Dadurch wird die geforderte Hardware-Unabhängigkeit des Betriebssystems realisiert.
 
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*Dies führt zu einer sehr dynamischen Entwicklung von Unix.
 
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*Da es keine Standardisierung gibt, entwickeln bald verschiedenste Firmen ihr eigenes UNIX.
 
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*1977 entsteht an der University of California, Berkeley die Berkeley Software Distribution (BSD), die viele Neuerungen wie TCP/IP, vi und moderne Netzwerkfunktionen einführt.
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*AT&T lizenziert sein Unix System V und beginnt, sich um einen internationalen Standard von UNIX zu bemühen.
 
*Durch Richard Stallman wird die Free Software Foundation (FSF) gegründet.
 
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*Diese initiiert ein Projekt namens GNU ('''G'''NU ist '''N'''ot '''U'''nix), welches das Ziel verfolgt, ein freies UNIX System zu schaffen.
 
*Diese initiiert ein Projekt namens GNU ('''G'''NU ist '''N'''ot '''U'''nix), welches das Ziel verfolgt, ein freies UNIX System zu schaffen.
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*Die GNU-Projekte liefern Compiler, Shells, Coreutils und Bibliotheken – nur der Kernel (Hurd) bleibt unvollständig.
  
 
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*AT&T verbietet die Verwendung des Unix Quellcodes an den Universitäten.
 
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*Während dieser Zeit ist Andrew (Andy) Tannenbaum Professor an der Freien Universität von Amsterdam und entwickelt Minix.
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*Während dieser Zeit ist Andrew (Andy) Tanenbaum Professor an der Vrije Universiteit Amsterdam und entwickelt Minix.
 
*Minix ist ein kostengünstiges Lehrbetriebssystem und kommt ohne jeglichen AT&T Code aus.
 
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*Es hat die gleiche Funktionalität wie Unix 7.
 
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*Er stellt die Version 0.02 mit dem Namen Linux der Internetgemeinde zur Verfügung.  
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*Der lange erwartete stabile Linux Kernel Version 2.2 wird freigegeben. Namhafte Firmen wie IBM kündigen ihre Unterstützung für Linux an.  
 
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*Der lange erwartete stabile Linux Kernel Version 2.4 wird freigegeben. USB Unterstützung und eine neue Firewallimplementierung zeichnen ihn aus.
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*Der lange erwartete stabile Linux Kernel Version 2.4 wird freigegeben. USB-Unterstützung, IPv6 und eine neue Firewallimplementierung zeichnen ihn aus.
 
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*Linux Kernel Version 2.6 wird freigegeben. Am auffälligsten sind Änderungen bei der Modulverwaltung.
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*Das XFree86-Team spaltet sich, es entwickelt sich die X.Org Foundation
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*Das XFree86-Team spaltet sich, es entwickelt sich die X.Org Foundation.
 
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*Microsoft integriert ein optionales Windows-Subsystem für Linux in Windows 10.
 
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*Zum letzten Mal taucht in den TOP500 ein Nicht-Linux-System auf.
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*Zum letzten Mal taucht in den TOP500 ein Nicht-Linux-System auf – ein IBM-AIX-System.
 
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*https://dewiki.de/Lexikon/Geschichte_von_Linux
 
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*https://wikipedia.org
 
*https://wikipedia.org
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*https://opensource.org
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*https://kernel.org

Aktuelle Version vom 17. Oktober 2025, 12:55 Uhr

1969

  • Am Anfang von Linux steht Multics, ein von Bell Laboratories, General Electric und dem MIT geschaffenes Mehrbenutzersystem auf der GE-645. In dieser Zeit war die Arbeit mit Lochkarten noch verbreitet.
  • Multics wird mit Unterstützung von AT&T und Western Electric unter Mitarbeit von Ken Thompson und Dennis Ritchie weiterentwickelt.
  • Obwohl sich Bell Laboratories bald zurückzieht, gibt Thompson das Projekt nicht auf.
  • Zum Entwicklerteam gehören auch Rudd Canaday und Brian Kernighan.
  • Letzterer gibt 1970 dem Betriebssystem den Namen UNIX.
  • Thompson definiert 7 Richtlinien für UNIX:
  1. Hierarchische Anordnung der Dateisysteme
  2. Die Ausgabe von Daten an die Peripherie(-geräte) und Dateien sollen gleich sein.
  3. Prozesse und Programme sollen miteinander kommunizieren.
  4. Multitasking (voneinander getrennte Prozesse)
  5. Persönliche Shell's
  6. Der Compiler soll für viele Programmiersprachen tauglich sein.
  7. Portabilität
Ken Thompson und Dennis Ritchie (1973)

Thomson-ritchie.png

1971

  • Das für eine DEC PDP-7 geschriebene Unix als Version 1 auf eine PDP-11 portiert.
  • Zwischen 1972 und 1973 entwickelt Dennis Ritchie die Programmiersprache C.
  • Das in Assembler geschriebene Unix wird ab Version 6 (1975) fast vollständig nach C übersetzt.
  • Dadurch wird die geforderte Hardware-Unabhängigkeit des Betriebssystems realisiert.

1975

  • AT&T darf aufgrund vertraglicher Bindungen mit der US-Bundesregierung Unix nicht kommerziell vermarkten.
  • Darum wird der Source Code für ein paar hundert Dollar den Universitäten usw. zur Verfügung gestellt.
  • Dies führt zu einer sehr dynamischen Entwicklung von Unix.
  • Da es keine Standardisierung gibt, entwickeln bald verschiedenste Firmen ihr eigenes UNIX.
  • 1977 entsteht an der University of California, Berkeley die Berkeley Software Distribution (BSD), die viele Neuerungen wie TCP/IP, vi und moderne Netzwerkfunktionen einführt.

1984

  • AT&T wird per Gerichtsbeschluss erlaubt, Unix zu vermarkten.
  • AT&T lizenziert sein Unix System V und beginnt, sich um einen internationalen Standard von UNIX zu bemühen.
  • Durch Richard Stallman wird die Free Software Foundation (FSF) gegründet.
  • Diese initiiert ein Projekt namens GNU (GNU ist Not Unix), welches das Ziel verfolgt, ein freies UNIX System zu schaffen.
  • Die GNU-Projekte liefern Compiler, Shells, Coreutils und Bibliotheken – nur der Kernel (Hurd) bleibt unvollständig.

1987

  • AT&T verbietet die Verwendung des Unix Quellcodes an den Universitäten.
  • Während dieser Zeit ist Andrew (Andy) Tanenbaum Professor an der Vrije Universiteit Amsterdam und entwickelt Minix.
  • Minix ist ein kostengünstiges Lehrbetriebssystem und kommt ohne jeglichen AT&T Code aus.
  • Es hat die gleiche Funktionalität wie Unix 7.
  • Im Usenet unter comp.os.minix entsteht eine Minix-Gemeinde, die den Minix Kernel und die Anwendungen rundherum programmiert und verbessert.
Andrew S. Tanenbaum (2006)

Andrew-Tannenbau.png

1991

  • Linus Torvalds hat als Student für Computerwissenschaften an der Universität in Helsinki Minix installiert, nachdem er das Buch von Andy Tannenbaum gelesen hat.
  • Er beginnt im Sinne der FSF einen Unix ähnlichen Kernel zu programmieren.
  • Die Idee, "ein besseres Minix als Minix" zu bauen.
Linus Torvalds (2014)

Linux-Thorvalds.png

1992

  • Er stellt die Version 0.02 mit dem Namen Linux der Internetgemeinde zur Verfügung.
  • Ab Version 0.11 kann sich Linux selbst kompilieren und ist eigenständig lauffähig.

1994

  • Die Linux Version 1.0 wird freigegeben. Das Linux-Fieber beginnt...

1998

  • Die Open Source Initiative (OSI) wird gegründet und prägt den Begriff "Open Source".
  • Der Kreis der Linux-Entwickler und Anwender ist kräftig angeschwollen.

1999

  • Der lange erwartete stabile Linux Kernel Version 2.2 wird freigegeben. Namhafte Firmen wie IBM kündigen ihre Unterstützung für Linux an.

2001

  • Der lange erwartete stabile Linux Kernel Version 2.4 wird freigegeben. USB-Unterstützung, IPv6 und eine neue Firewallimplementierung zeichnen ihn aus.

2003

  • Linux Kernel Version 2.6 wird freigegeben. Am auffälligsten sind Änderungen bei der Modulverwaltung, der Prozessverwaltung und udev.

2004

  • Das XFree86-Team spaltet sich, es entwickelt sich die X.Org Foundation.
  • Diese verwirklicht eine deutlich schnellere Entwicklung des X-Servers für Linux.
  • Im selben Jahr erscheint Ubuntu als benutzerfreundliche, Debian-basierte Desktop-Distribution und gewinnt schnell an Popularität.

2005

  • Das Projekt openSUSE wird als freie Community-Distribution von Novell gestartet.
  • Außerdem erscheint im Oktober OpenOffice.org in der Version 2.0, die den OpenDocument-Standard von OASIS unterstützt.

2006

  • Die Techniken Xgl von Novell und AIGLX von Red Hat ermöglichen die einfache Nutzung hardwarebeschleunigter Effekte auf dem Linux-Desktop.
  • Oracle veröffentlicht eine eigene Variante von Red Hat Enterprise Linux.
  • Novell und Microsoft kündigen eine Zusammenarbeit zur besseren Interoperabilität an.

2007

  • Die Linux Foundation entsteht aus einem Zusammenschluss der Open Source Development Labs (OSDL) und der Free Standards Group.

2008

  • Google veröffentlicht die erste Version von Android, welches sich in den folgenden Jahren zum vorherrschenden Betriebssystem auf Smartphones entwickelt.

2016

  • Microsoft integriert ein optionales Windows-Subsystem für Linux in Windows 10.

2017

  • Zum letzten Mal taucht in den TOP500 ein Nicht-Linux-System auf – ein IBM-AIX-System.

Quelle