Win 11 Installation: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 12. Februar 2026, 08:27 Uhr
Erstellung einer Windows 11 VM
Die VM-Erstellung erfolgt über die Schaltfläche [Create VM] in der rechten oberen Ecke der Weboberfläche. Optional kann dazu auch das Kontextmenü des Proxmox-Host genutzt werden.
Hier müssen einige Einstellungen auf unterschiedlichen Reitern vorgenommen werden. Der Wechsel zwischen den Reitern erfolgt dabei durch das Betätigen der Schaltfläche [Next] oder [Back] bzw. durch das Anklicken des gewünschten Reiters.
General
Als erstes wird die künftige VM ID vergeben. In der Regel beginnt die Zählung bei 100, jede weitere VM (oder Container) erhöhen den Zähler automatisch um 1. Selbstverständlich darf die ID auch an die eigenen Konzepte angepasst werden. In unserer Umgebung auf HV04 nutzen wir 401 als VM ID für die erste Windows-VM.
Nun muss der Name der virtuellen Maschine eingetragen werden. Auch hier bieten sich einheitliche Namenskonzepte an, da diese die Verwaltung der VMs ab einer bestimmten Größenordnung deutlich erleichtern. Für unsere Zwecke reicht VM-WIN11-401 als Name.
OS
Im Reiter OS wählen wir im Feld Storage den zu nutzenden Speicher sowie im Feld ISO image den Eintrag Win11.iso aus.
Zusätzlich laden wir die aktuellen VirtIO-Treiber (virtio-win.iso) als zweites ISO-Image hoch, damit diese während der Installation verfügbar sind. Dazu fügen wir über die Schaltfläche [Add additional drive] ein zweites CD/DVD-Laufwerk hinzu und wählen dort die virtio-win.iso aus.
Auf der rechten Seite im Bereich Guest OS wählen wir unter Type den Eintrag Microsoft Windows sowie im Feld Version den Wert 11/2022 aus.
System
Der Reiter System erfordert für Windows 11 besondere Aufmerksamkeit.
| Einstellung | Wert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Graphic Card | Default | Keine grafikintensiven Berechnungen erforderlich |
| Machine | q35 | Für moderne Betriebssysteme besser geeignet, von Windows 11 vorausgesetzt |
| BIOS | OVMF (UEFI) | Windows 11 erfordert zwingend UEFI |
| EFI Storage | gewünschter Speicherort | Erscheint nach Auswahl von OVMF |
| Add TPM | aktiviert | Hardwareanforderung von Windows 11 |
| TPM Storage | gewünschter Speicher | – |
| TPM Version | v2.0 | Von Windows 11 zwingend vorausgesetzt |
| SCSI Controller | VirtIO SCSI single | Optimale Performance |
| Qemu Agent | aktiviert | Ermöglicht erweiterte VM-Verwaltung (z.B. sanftes Herunterfahren) |
Disks
Im Reiter Disks werden die benötigten Einstellungen für die Festplatten der VM vorgenommen. Diese werden abhängig vom gewählten SCSI Controller teilweise vorkonfiguriert. Hier können auch bei Bedarf zusätzliche Festplatten hinzugefügt werden.
Für Windows 11 empfehlen wir mindestens 64 GB Festplattenspeicher, da das Betriebssystem allein bereits ca. 30–40 GB benötigt. Zusätzlich aktivieren wir die Optionen Discard sowie SSD emulation, damit Thin Provisioning optimal genutzt wird und die bestmögliche Leistung erreicht wird.
Da wir als SCSI Controller VirtIO gewählt haben, wird Windows den Datenträger während der Installation zunächst nicht erkennen. Im Windows-Installationsdialog klicken wir auf „Treiber laden" und navigieren zur virtio-win.iso unter vioscsi\w11\amd64, um den passenden Speichertreiber zu laden.
CPU
Der Reiter CPU bietet uns die Möglichkeit, die Anzahl der Sockel, Kerne sowie des CPU-Typs zu bestimmen.
| Einstellung | Wert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Sockets | 1 | – |
| Cores | 2 (besser 4) | Für flüssige Nutzung werden 4 Kerne empfohlen |
| Type | x86-64-v2-AES | Alternativ kann die eigene CPU-Familie ausgewählt werden |
| Enable NUMA | aktiviert | Ermöglicht Hot-Plug von CPU-Kernen und Arbeitsspeicher im laufenden Betrieb |
Auf die Nutzung des CPU-Typs host sollte verzichtet werden, da dabei nicht nur alle Features sondern auch alle Hardwaresicherheitslücken (wie Spectre und Meltdown) an die VM weitergereicht werden.
Memory
Im Reiter Memory wird der Arbeitsspeicher konfiguriert. Dieser muss in 2er-Potenz eingegeben werden. Windows 11 benötigt mindestens 4096 MiB – wir empfehlen 4096 MiB, besser 8192 MiB für eine komfortable Nutzung.
Network
Nun konfigurieren wir im Reiter Network die Netzwerkanbindung der virtuellen Maschine. Neben der Möglichkeit, mit No network device die Netzwerkkarte vollständig zu entfernen, können wir auch die Netzwerkbrücke bestimmen, ein VLAN Tag für die jeweilige VM konfigurieren, das Modell der Netzwerkkarte sowie eine bestimmte MAC-Adresse hinterlegen.
| Einstellung | Wert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Bridge | vmbr1 | – |
| VLAN Tag | 260 | – |
| Model | VirtIO (paravirtualized) | Höchste Bandbreite, Treiber muss nachinstalliert werden |
Da Windows im Gegensatz zu Linux die VirtIO-Netzwerktreiber nicht mitbringt, muss der Treiber nach der Installation von der eingebundenen virtio-win.iso nachinstalliert werden. Alternativ kann für die Ersteinrichtung auch das Modell Intel E1000 gewählt werden, um sofort Netzwerkzugriff zu haben, und nach der Treiberinstallation auf VirtIO umgestellt werden.
Confirm
Im letzten Reiter Confirm können wir noch die vorgenommenen Einstellungen überprüfen, bevor wir die Option start after created aktivieren und mit der Schaltfläche [Finish] den Vorgang abschließen.
Sobald die VM durch den Host erzeugt und gestartet wurde, können wir unter 401 > Console die Installation des Betriebssystems durchführen.
Nacharbeiten nach der Installation
Nach Abschluss der Windows-Installation empfiehlt es sich, über die virtio-win.iso die verbleibenden Treiber und Tools zu installieren:
- Zur virtio-win.iso im Datei-Explorer navigieren
- Die Datei virtio-win-guest-tools.exe ausführen
- Der Installer installiert automatisch:
- VirtIO Guest Agent (Qemu Agent Integration)
- VirtIO Netzwerktreiber (falls VirtIO als Modell gewählt wurde)
- VirtIO Balloon-Treiber (dynamische Speicherverwaltung)
- Alle weiteren benötigten VirtIO-Treiber
Zusammenfassung der Unterschiede zur Debian-VM
| Einstellung | Debian (VM-DEB-401) | Windows 11 (VM-WIN11-401) |
|---|---|---|
| BIOS | SeaBIOS oder OVMF | OVMF (UEFI) (Pflicht) |
| TPM | nicht erforderlich | TPM v2.0 (Pflicht) |
| Zweites ISO | nicht erforderlich | virtio-win.iso (Pflicht) |
| Guest OS Type | Linux | Microsoft Windows 11/2022 |
| Festplatte | 8 GB | mindestens 64 GB |
| RAM | 2048 MiB | mindestens 4096 MiB |
| CPU Kerne | 2 | 2–4 empfohlen |
| VirtIO-Treiber | im Kernel enthalten | Nachinstallation erforderlich |