Foremost Beispiele: Unterschied zwischen den Versionen

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*audit.txt mit Analyseinformationen
 
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==Erklärung==
 
*rm löscht nur Dateisystem-Referenzen
 
*rm löscht nur Dateisystem-Referenzen
 
*Die Datenblöcke bleiben unverändert
 
*Die Datenblöcke bleiben unverändert

Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 18:40 Uhr

Forensisches Demo-Szenario: Foremost

Ziel

  • Demonstration von File Carving
  • Aha-Effekt: Gelöschte Dateien sind noch rekonstruierbar
  • Trennung von Dateisystem-Sicht und Rohdaten-Sicht

Ausgangslage

  • Linux-System
  • Loop-Device als Testmedium
  • Zwei reale Dateien:
    • tux.png
    • daemon.pdf

Testmedium vorbereiten

  • sudo -i
  • dd if=/dev/zero of=stick.img bs=1M count=100
  • mkfs.ext4 stick.img
  • mkdir /mnt/forensic
  • mount -o loop stick.img /mnt/forensic

Foremost installieren

  • sudo apt install -y foremost

Dateien beschaffen

Dateien auf das Medium kopieren

  • cp tux.png /mnt/forensic/
  • cp daemon.pdf /mnt/forensic/
  • sync

Dateien löschen

  • rm /mnt/forensic/tux.png
  • rm /mnt/forensic/daemon.pdf
  • sync
  • umount /mnt/forensic
Beobachtung
  • Dateien sind für das Betriebssystem verschwunden
  • Kein Zugriff über ls oder Dateimanager möglich

Forensische Analyse

  • foremost -i stick.img -o foremost-output

Ergebnis prüfen

  • cd foremost-output
  • ls
Typisches Ergebnis
  • Ordner png/ und pdf/
  • Dateien mit generischen Namen
  • audit.txt mit Analyseinformationen

Erklärung

  • rm löscht nur Dateisystem-Referenzen
  • Die Datenblöcke bleiben unverändert
  • Foremost ignoriert das Dateisystem vollständig
  • Es arbeitet ausschließlich auf dem Datenstrom

Forensische Aussagekraft

  • Beweisbar:
    • Diese Dateien waren physisch auf dem Medium vorhanden
  • Nicht beweisbar:
    • Dateiname
    • Pfad
    • Zeitstempel
    • Benutzer

Abgrenzung

  • Foremost arbeitet roh (Header/Footer)
  • Sleuth Kit arbeitet metadatenbasiert
  • Beide Werkzeuge ergänzen sich

Merksatz

  • Foremost beweist Existenz von Daten – nicht deren Geschichte.