Rocky container: Unterschied zwischen den Versionen

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== Installation ==
 
== Installation ==
=== DATEN ===
 
{| class="wikitable" style="background-color: #f2f2f2;"
 
! Parameter !! Wert !! Erläuterung
 
|-
 
| '''VM Name''' || container || Name der VM
 
|-
 
| '''Disk''' || 20GB || Vorgabe übernehmen
 
|-
 
| '''CPU''' || 4 Cores || Kerne
 
|-
 
| '''Ram''' || 4 GB || Speicher
 
|-
 
| '''Netzwerk (NIC)''' || DMZ || Interface-Zuweisung in VirtualBox
 
|-
 
| '''Admin''' || root || Passwort: radler
 
|-
 
| '''User''' || kit || Passwort: kit
 
|-
 
| '''IP''' || 10.88.2XX.39/24 || Statische IP
 
|-
 
| '''CIDR''' || 24 || Classless Inter-Domain Routing Präfixlänge
 
|-
 
| '''GW''' || 10.88.2XX.1 || GATEWAY
 
|-
 
| '''NS''' || 10.88.2XX.21 || Resolver
 
|-
 
| '''FQDN''' || container.it2XX.int || Fully Qualified Domain Name
 
|-
 
| '''DOM''' || it2XX.int || Domain Name
 
|}
 
{{Vorlage:Rocky Setup}}
 
 
== Container mit Podman: Uptime Kuma, Caddy und HedgeDoc (container.it2XX.int) ==
 
 
Als Ausblick nach der klassischen Systemadministration geht es auf der
 
Maschine '''container.it2XX.int''' um Container-Verwaltung mit Podman.
 
Als praktisches Beispiel dienen drei Dienste: Uptime Kuma (Monitoring),
 
Caddy (Reverse Proxy) und HedgeDoc (kollaborative Notizen). Jeder
 
Dienst bekommt sein '''eigenes Verzeichnis mit eigener compose.yaml''' –
 
das entspricht der Praxis, Container-Stacks unabhängig voneinander
 
verwaltbar zu halten (eigenes Update, eigenes Down/Up, ohne andere
 
Dienste zu berühren). Verwaltet werden die einzelnen Stacks über
 
'''podman-compose'''.
 
 
=== Was ist Podman ===
 
 
Podman ist eine Container-Engine, kompatibel zur Docker-CLI, aber ohne
 
zentralen Root-Daemon.
 
 
;Wichtigste Unterschiede zu Docker
 
* '''Daemonless''': Docker braucht einen dauerhaft laufenden Root-Daemon
 
  (dockerd). Fällt er aus oder wird kompromittiert, sind alle Container
 
  betroffen. Podman startet Container als direkte Kindprozesse ohne
 
  zentralen Daemon.
 
* '''Rootless by Default''': Podman-Container laufen standardmäßig ohne
 
  Root-Rechte. Ein Escape aus dem Container landet nicht automatisch
 
  bei Root auf dem Host.
 
* '''Systemd-Integration''': Podman-Container lassen sich nativ als
 
  systemd-Units verwalten (Quadlets), passt gut in RHEL/Rocky-Abläufe.
 
 
;Merksatz
 
Docker = ein Daemon regiert alle Container (meist als Root) | Podman =
 
jeder Container ein eigener Prozess, standardmäßig ohne Root-Rechte
 
 
=== podman-compose installieren ===
 
 
;Über EPEL installieren
 
*dnf install -y epel-release
 
*dnf install -y podman-compose
 
 
=== Vorbereitung: Zertifikate ===
 
 
Die Zertifikate liegen bereits vor unter:
 
* <code>/etc/ssl/own.crt</code>
 
* <code>/etc/ssl/own.key</code>
 
 
=== Verzeichnisstruktur ===
 
 
Jeder Container-Dienst bekommt ein eigenes Verzeichnis mit eigener
 
Compose-Datei. Der Dateiname ist immer '''compose.yaml''' – das ist der
 
aktuelle Standardname (der alte Name <code>docker-compose.yml</code>
 
funktioniert zwar auch noch, wird aber nicht mehr verwendet).
 
podman-compose sucht beim Aufruf automatisch nach dieser Datei im
 
aktuellen Arbeitsverzeichnis.
 
 
<pre>
 
/opt/monitoring/
 
├── uptime-kuma/
 
│  └── compose.yaml
 
├── caddy/
 
│  ├── compose.yaml
 
│  └── Caddyfile
 
└── hedgedoc/
 
    └── compose.yaml
 
</pre>
 
 
;Struktur anlegen
 
*mkdir -p /opt/monitoring/{uptime-kuma,caddy,hedgedoc}
 
 
;Merksatz
 
Ein Verzeichnis = ein Dienst = ein eigenständiges Compose-Projekt.
 
Jeder Dienst lässt sich einzeln starten, stoppen und aktualisieren,
 
ohne die anderen zu beeinflussen.
 
 
=== Wie Container sich im Netzwerk finden: DNS über container_name ===
 
 
Podman (wie Docker) legt für jedes Netzwerk ein eigenes internes DNS
 
an. Jeder Container ist darin unter seinem '''container_name'''
 
erreichbar – nicht unter <code>localhost</code> und nicht über die
 
Host-IP.
 
 
;Merksatz
 
container_name = Hostname im internen Netz. Zwei Container im selben
 
Netzwerk erreichen sich gegenseitig per <code>ping container_name</code>
 
bzw. <code>curl http://container_name:PORT</code>.
 
 
'''Wichtige Besonderheit bei getrennten Verzeichnissen:''' Jedes
 
Compose-Projekt legt normalerweise sein eigenes, isoliertes Netzwerk
 
an. Liegen uptime-kuma und caddy in unterschiedlichen Verzeichnissen
 
(= unterschiedliche Compose-Projekte), würden sie sich '''nicht'''
 
automatisch finden. Die Lösung: Das Netzwerk wird einmalig '''manuell
 
und projektübergreifend''' angelegt, und jede compose.yaml bindet sich
 
darüber als <code>external</code> ein, statt ein eigenes zu erzeugen.
 
 
;Einmalig das gemeinsame Netzwerk anlegen
 
*podman network create monitoring
 
 
=== Dienst 1: Uptime Kuma ===
 
 
Uptime Kuma braucht keinen externen Port. Es lauscht intern auf Port
 
'''3001''' und wird ausschließlich über Caddy nach außen gereicht. Daten
 
(SQLite-DB, Konfiguration) liegen in einem benannten Volume, damit sie
 
Container-Neustarts und -Updates überleben.
 
 
;Compose-Datei anlegen
 
*vim /opt/monitoring/uptime-kuma/compose.yaml
 
 
<syntaxhighlight lang="yaml">
 
version: "3"
 
 
services:
 
  uptime-kuma:
 
    image: docker.io/louislam/uptime-kuma:1
 
    container_name: uptime-kuma
 
    volumes:
 
      - uptime-kuma-data:/app/data
 
    networks:
 
      - monitoring
 
 
volumes:
 
  uptime-kuma-data:
 
 
networks:
 
  monitoring:
 
    external: true
 
</syntaxhighlight>
 
 
;Wichtig
 
Kein <code>ports:</code>-Eintrag nötig. Ein Backend-Dienst, der nur von
 
Caddy angesprochen wird, muss nicht auf dem Host exponiert werden –
 
das wäre sogar ein unnötiges Sicherheitsrisiko (Port läge dann offen
 
am Host-Netz, ungeschützt durch TLS).
 
 
Der Eintrag <code>networks.monitoring.external: true</code> ist hier
 
entscheidend: er sagt podman-compose "leg kein eigenes Netz an, nutze
 
das bereits existierende <code>monitoring</code>-Netz".
 
 
=== Dienst 2: Caddy (Reverse Proxy) ===
 
 
Caddy ist der einzige Container, der Ports nach außen (Host) öffnen
 
muss, weil er der einzige Kontaktpunkt von außen ist. Er terminiert
 
TLS mit dem vorhandenen Zertifikat und leitet intern per Klartext-HTTP
 
an die jeweiligen Backend-Dienste weiter.
 
 
;Compose-Datei anlegen
 
*vim /opt/monitoring/caddy/compose.yaml
 
 
<syntaxhighlight lang="yaml">
 
version: "3"
 
 
services:
 
  caddy:
 
    image: docker.io/library/caddy:2
 
    container_name: caddy
 
    ports:
 
      - "80:80"
 
      - "443:443"
 
    volumes:
 
      - ./Caddyfile:/etc/caddy/Caddyfile:Z
 
      - /etc/ssl/own.crt:/etc/ssl/own.crt:Z
 
      - /etc/ssl/own.key:/etc/ssl/own.key:Z
 
      - caddy-data:/data
 
    networks:
 
      - monitoring
 
 
volumes:
 
  caddy-data:
 
 
networks:
 
  monitoring:
 
    external: true
 
</syntaxhighlight>
 
 
;Hinweis SELinux
 
Das <code>:Z</code> an den Bind-Mounts (Caddyfile, Zertifikate) ist auf
 
Rocky notwendig, damit Caddy trotz aktivem SELinux Lesezugriff über den
 
passenden Kontext erhält. Bei benannten Volumes (uptime-kuma-data,
 
caddy-data) ist das nicht nötig, das übernimmt Podman selbst.
 
 
;Hinweis depends_on
 
Da Caddy und Uptime Kuma in getrennten Compose-Projekten liegen, gibt
 
es zwischen ihnen kein <code>depends_on</code> mehr (das funktioniert
 
nur innerhalb desselben Projekts). Das ist unproblematisch: Caddy
 
versucht bei jeder Anfrage erneut, den Upstream zu erreichen, und
 
verkraftet einen kurzzeitig noch nicht gestarteten Backend-Dienst
 
klaglos.
 
 
=== Caddyfile ===
 
 
Die '''Caddyfile''' ist Caddys eigene Konfigurationsdatei (reiner Text,
 
kein YAML/JSON). Sie legt pro Domain fest, welches Zertifikat benutzt
 
wird und wohin intern weitergeleitet wird.
 
 
;Caddyfile anlegen
 
*vim /opt/monitoring/caddy/Caddyfile
 
 
<pre>
 
kuma.it2XX.int {
 
    tls /etc/ssl/own.crt /etc/ssl/own.key
 
    reverse_proxy uptime-kuma:3001
 
}
 
</pre>
 
 
Aufbau:
 
* <code>kuma.it2XX.int {</code> – für welchen Hostnamen (Host-Header) der Block gilt
 
* <code>tls ...</code> – welches Zertifikat/Key für diesen Host verwendet wird
 
* <code>reverse_proxy uptime-kuma:3001</code> – wohin die entschlüsselte Anfrage intern weitergeleitet wird (container_name als DNS-Name, funktioniert nur weil beide Container im selben externen Netz <code>monitoring</code> hängen)
 
 
=== Einen weiteren Dienst dazugeben ===
 
 
Soll z. B. HedgeDoc als weiterer Dienst hinzu, gilt immer dasselbe
 
Schema – wieder ein eigenes Verzeichnis:
 
 
# Neues Verzeichnis <code>/opt/monitoring/hedgedoc/</code> mit eigener <code>compose.yaml</code>
 
# Container hängt über <code>external: true</code> im '''selben''' Netzwerk <code>monitoring</code>
 
# Kein <code>ports:</code>-Eintrag beim Backend-Dienst – nur Caddy exponiert Ports
 
# Eigener Host-Block in der Caddyfile, der per <code>container_name:internerPort</code> auf den Dienst zeigt
 
 
;Compose-Datei anlegen
 
*vim /opt/monitoring/hedgedoc/compose.yaml
 
 
<syntaxhighlight lang="yaml">
 
version: "3"
 
 
services:
 
  hedgedoc:
 
    image: docker.io/linuxserver/hedgedoc:latest
 
    container_name: hedgedoc
 
    environment:
 
      - CMD_DOMAIN=hedgedoc.it2XX.int
 
      - CMD_PROTOCOL_USESSL=true
 
      - CMD_URL_ADDPORT=false
 
    volumes:
 
      - hedgedoc-data:/config
 
    networks:
 
      - monitoring
 
 
volumes:
 
  hedgedoc-data:
 
 
networks:
 
  monitoring:
 
    external: true
 
</syntaxhighlight>
 
 
;Hinweis Reverse-Proxy-Umgebungsvariablen
 
HedgeDoc muss hinter einem Reverse Proxy wissen, unter welcher URL es
 
von außen erreichbar ist – sonst generiert es Links auf Assets (CSS,
 
JavaScript) mit falscher Adresse und die Seite erscheint "nackt" ohne
 
Styling:
 
* <code>CMD_DOMAIN</code> – externer Hostname (die Caddy-Domain)
 
* <code>CMD_PROTOCOL_USESSL=true</code> – Links als https:// generieren, obwohl HedgeDoc intern nur HTTP spricht (TLS terminiert Caddy)
 
* <code>CMD_URL_ADDPORT=false</code> – keinen Port an URLs hängen (443 ist Standard)
 
 
;Caddyfile ergänzen
 
*vim /opt/monitoring/caddy/Caddyfile
 
 
<pre>
 
hedgedoc.it2XX.int {
 
    tls /etc/ssl/own.crt /etc/ssl/own.key
 
    reverse_proxy hedgedoc:3000
 
}
 
</pre>
 
 
;Merksatz
 
Ein neuer Dienst braucht vier Dinge: eigenes Verzeichnis, eigener
 
container_name, Anbindung an das externe Netz <code>monitoring</code>
 
via <code>external: true</code>, eigener Host-Block in der Caddyfile
 
mit <code>container_name:Port</code>. Der Port nach außen bleibt immer
 
nur 80/443 bei Caddy – alles andere läuft intern.
 
 
=== Starten und Stoppen ===
 
 
Da jeder Dienst ein eigenes Verzeichnis und Compose-Projekt ist, wird
 
auch jeder Dienst einzeln aus seinem Verzeichnis heraus gestartet.
 
Reihenfolge ist egal, solange das Netzwerk <code>monitoring</code>
 
bereits existiert.
 
 
;Stack starten (pro Verzeichnis)
 
*cd /opt/monitoring/uptime-kuma && podman-compose up -d
 
*cd /opt/monitoring/caddy && podman-compose up -d
 
*cd /opt/monitoring/hedgedoc && podman-compose up -d
 
 
;Status prüfen
 
*podman ps
 
 
;Einzelnen Dienst stoppen
 
*cd /opt/monitoring/caddy && podman-compose down
 
 
=== Test ===
 
 
;Aufruf im Browser
 
<pre>
 
https://kuma.it2XX.int
 
https://hedgedoc.it2XX.int
 
</pre>
 
 
Beim ersten Aufruf fragt Uptime Kuma nach Anlegen eines Admin-Accounts.
 
Danach lassen sich Monitore für ns, www, ldap, client und fw anlegen
 
(Ping, TCP-Port, HTTP) und der Status live auf dem Dashboard verfolgen.
 
 
== Cheat Sheet: Podman und podman-compose ==
 
 
Die Podman-CLI ist bewusst zur Docker-CLI kompatibel – wer Docker
 
kennt, kann fast alle Befehle 1:1 übernehmen (<code>alias
 
docker=podman</code> funktioniert tatsächlich). Die wichtigsten
 
Befehle für den Alltag:
 
 
=== Container ===
 
 
;Laufende Container anzeigen
 
*podman ps
 
 
;Alle Container anzeigen (auch gestoppte)
 
*podman ps -a
 
 
;Logs eines Containers anzeigen
 
*podman logs caddy
 
 
;Logs live mitverfolgen (wie tail -f)
 
*podman logs -f uptime-kuma
 
 
;Nur die letzten 50 Zeilen
 
*podman logs --tail 50 hedgedoc
 
 
;Shell im laufenden Container öffnen
 
*podman exec -it caddy sh
 
 
;Einzelnen Befehl im Container ausführen
 
*podman exec caddy cat /etc/caddy/Caddyfile
 
 
;Container neu starten
 
*podman restart caddy
 
 
;Container stoppen / starten
 
*podman stop caddy
 
*podman start caddy
 
 
;Details zu einem Container (IP, Mounts, Env-Variablen)
 
*podman inspect uptime-kuma
 
 
;Ressourcenverbrauch live anzeigen
 
*podman stats
 
 
=== Images ===
 
 
;Lokale Images anzeigen
 
*podman images
 
 
;Image aktualisieren (neue Version ziehen)
 
*podman pull docker.io/louislam/uptime-kuma:1
 
 
;Ungenutzte Images aufräumen
 
*podman image prune
 
 
=== Netzwerke und Volumes ===
 
 
;Netzwerke anzeigen
 
*podman network ls
 
 
;Details zu einem Netzwerk (welche Container hängen drin, IPs)
 
*podman network inspect monitoring
 
 
;Volumes anzeigen
 
*podman volume ls
 
 
;Wo liegt ein Volume auf dem Host
 
*podman volume inspect uptime-kuma-data
 
 
=== podman-compose (im jeweiligen Dienst-Verzeichnis) ===
 
 
;Stack starten (im Hintergrund)
 
*podman-compose up -d
 
 
;Stack stoppen und Container entfernen (Volumes bleiben erhalten)
 
*podman-compose down
 
 
;Status der Container dieses Projekts
 
*podman-compose ps
 
 
;Logs aller Container dieses Projekts
 
*podman-compose logs
 
 
;Logs live mitverfolgen
 
*podman-compose logs -f
 
 
;Dienst aktualisieren (neues Image ziehen, dann neu erstellen)
 
*podman-compose pull
 
*podman-compose up -d
 
 
=== Troubleshooting-Reihenfolge ===
 
 
Wenn ein Dienst nicht erreichbar ist, immer in dieser Reihenfolge
 
prüfen:
 
 
# Läuft der Container überhaupt? → <code>podman ps</code>
 
# Was sagen die Logs? → <code>podman logs -f containername</code>
 
# Hängt er im richtigen Netz? → <code>podman network inspect monitoring</code>
 
# Ist der Dienst intern erreichbar? → <code>podman exec -it caddy sh</code>, dann <code>wget -O- http://uptime-kuma:3001</code>
 
# Stimmt die Caddyfile? → <code>podman exec caddy cat /etc/caddy/Caddyfile</code>
 
 
;Merksatz
 
podman logs -f = erste Anlaufstelle bei jedem Problem | podman exec
 
-it NAME sh = ich schaue mir das Problem von innen an | podman network
 
inspect = wer hängt wirklich in welchem Netz
 
 
=== Merksatz (Zusammenfassung) ===
 
podman-compose = ein YAML-File statt mehrerer podman-run-Befehle |
 
getrenntes Verzeichnis pro Dienst = unabhängige Compose-Projekte |
 
gemeinsames Netz muss einmalig manuell angelegt und in jeder
 
compose.yaml als external eingebunden werden | container_name = DNS-
 
Name im internen Netz | nur Caddy exponiert Ports nach außen | jeder
 
neue Dienst = eigenes Verzeichnis + eigener Host-Block in der Caddyfile== Installation ==
 
 
=== DATEN ===
 
=== DATEN ===
 
{| class="wikitable" style="background-color: #f2f2f2;"
 
{| class="wikitable" style="background-color: #f2f2f2;"

Aktuelle Version vom 5. Juli 2026, 11:52 Uhr

Installation

DATEN

Parameter Wert Erläuterung
VM Name container Name der VM
Disk 20GB Vorgabe übernehmen
CPU 4 Cores Kerne
Ram 4 GB Speicher
Netzwerk (NIC) DMZ Interface-Zuweisung in VirtualBox
Admin root Passwort: radler
User kit Passwort: kit
IP 10.88.2XX.39/24 Statische IP
CIDR 24 Classless Inter-Domain Routing Präfixlänge
GW 10.88.2XX.1 GATEWAY
NS 10.88.2XX.21 Resolver
FQDN container.it2XX.int Fully Qualified Domain Name
DOM it2XX.int Domain Name

Hostname

  • hostnamectl hostname FQDN

Netzwerk

  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.addresses IP/CIDR
  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.gateway GW
  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.dns NS
  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.method manual
  • nmcli con mod enp0s3 connection.autoconnect yes
  • nmcli con up enp0s3

Nameserver & Suchdomain

Der DNS wird bereits über nmcli gesetzt. Suchdomain ergänzen:

  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.dns-search DOM
  • nmcli con up enp0s3

Tools die wir haben wollen

  • dnf install vim sudo git curl tcpdump nmap wget epel-release policycoreutils-python-utils tar

Kit Stamm-CA ziehen und in das System einbauen

Zertifikat und Key holen

Container mit Podman: Uptime Kuma, Caddy und HedgeDoc (container.it2XX.int)

Als Ausblick nach der klassischen Systemadministration geht es auf der Maschine container.it2XX.int um Container-Verwaltung mit Podman. Als praktisches Beispiel dienen drei Dienste: Uptime Kuma (Monitoring), Caddy (Reverse Proxy) und HedgeDoc (kollaborative Notizen). Jeder Dienst bekommt sein eigenes Verzeichnis mit eigener compose.yaml – das entspricht der Praxis, Container-Stacks unabhängig voneinander verwaltbar zu halten (eigenes Update, eigenes Down/Up, ohne andere Dienste zu berühren). Verwaltet werden die einzelnen Stacks über podman-compose.

Was ist Podman

Podman ist eine Container-Engine, kompatibel zur Docker-CLI, aber ohne zentralen Root-Daemon.

Wichtigste Unterschiede zu Docker
  • Daemonless: Docker braucht einen dauerhaft laufenden Root-Daemon
 (dockerd). Fällt er aus oder wird kompromittiert, sind alle Container
 betroffen. Podman startet Container als direkte Kindprozesse ohne
 zentralen Daemon.
  • Rootless by Default: Podman-Container laufen standardmäßig ohne
 Root-Rechte. Ein Escape aus dem Container landet nicht automatisch
 bei Root auf dem Host.
  • Systemd-Integration: Podman-Container lassen sich nativ als
 systemd-Units verwalten (Quadlets), passt gut in RHEL/Rocky-Abläufe.
Merksatz

Docker = ein Daemon regiert alle Container (meist als Root) | Podman = jeder Container ein eigener Prozess, standardmäßig ohne Root-Rechte

podman-compose installieren

Über EPEL installieren
  • dnf install -y epel-release
  • dnf install -y podman-compose

Vorbereitung: Zertifikate

Die Zertifikate liegen bereits vor unter:

  • /etc/ssl/own.crt
  • /etc/ssl/own.key

Verzeichnisstruktur

Jeder Container-Dienst bekommt ein eigenes Verzeichnis mit eigener Compose-Datei. Der Dateiname ist immer compose.yaml – das ist der aktuelle Standardname (der alte Name docker-compose.yml funktioniert zwar auch noch, wird aber nicht mehr verwendet). podman-compose sucht beim Aufruf automatisch nach dieser Datei im aktuellen Arbeitsverzeichnis.

/opt/monitoring/
├── uptime-kuma/
│   └── compose.yaml
├── caddy/
│   ├── compose.yaml
│   └── Caddyfile
└── hedgedoc/
    └── compose.yaml
Struktur anlegen
  • mkdir -p /opt/monitoring/{uptime-kuma,caddy,hedgedoc}
Merksatz

Ein Verzeichnis = ein Dienst = ein eigenständiges Compose-Projekt. Jeder Dienst lässt sich einzeln starten, stoppen und aktualisieren, ohne die anderen zu beeinflussen.

Wie Container sich im Netzwerk finden: DNS über container_name

Podman (wie Docker) legt für jedes Netzwerk ein eigenes internes DNS an. Jeder Container ist darin unter seinem container_name erreichbar – nicht unter localhost und nicht über die Host-IP.

Merksatz

container_name = Hostname im internen Netz. Zwei Container im selben Netzwerk erreichen sich gegenseitig per ping container_name bzw. curl http://container_name:PORT.

Wichtige Besonderheit bei getrennten Verzeichnissen: Jedes Compose-Projekt legt normalerweise sein eigenes, isoliertes Netzwerk an. Liegen uptime-kuma und caddy in unterschiedlichen Verzeichnissen (= unterschiedliche Compose-Projekte), würden sie sich nicht automatisch finden. Die Lösung: Das Netzwerk wird einmalig manuell und projektübergreifend angelegt, und jede compose.yaml bindet sich darüber als external ein, statt ein eigenes zu erzeugen.

Einmalig das gemeinsame Netzwerk anlegen
  • podman network create monitoring

Dienst 1: Uptime Kuma

Uptime Kuma braucht keinen externen Port. Es lauscht intern auf Port 3001 und wird ausschließlich über Caddy nach außen gereicht. Daten (SQLite-DB, Konfiguration) liegen in einem benannten Volume, damit sie Container-Neustarts und -Updates überleben.

Compose-Datei anlegen
  • vim /opt/monitoring/uptime-kuma/compose.yaml
version: "3"

services:
  uptime-kuma:
    image: docker.io/louislam/uptime-kuma:1
    container_name: uptime-kuma
    volumes:
      - uptime-kuma-data:/app/data
    networks:
      - monitoring

volumes:
  uptime-kuma-data:

networks:
  monitoring:
    external: true
Wichtig

Kein ports:-Eintrag nötig. Ein Backend-Dienst, der nur von Caddy angesprochen wird, muss nicht auf dem Host exponiert werden – das wäre sogar ein unnötiges Sicherheitsrisiko (Port läge dann offen am Host-Netz, ungeschützt durch TLS).

Der Eintrag networks.monitoring.external: true ist hier entscheidend: er sagt podman-compose "leg kein eigenes Netz an, nutze das bereits existierende monitoring-Netz".

Dienst 2: Caddy (Reverse Proxy)

Caddy ist der einzige Container, der Ports nach außen (Host) öffnen muss, weil er der einzige Kontaktpunkt von außen ist. Er terminiert TLS mit dem vorhandenen Zertifikat und leitet intern per Klartext-HTTP an die jeweiligen Backend-Dienste weiter.

Compose-Datei anlegen
  • vim /opt/monitoring/caddy/compose.yaml
version: "3"

services:
  caddy:
    image: docker.io/library/caddy:2
    container_name: caddy
    ports:
      - "80:80"
      - "443:443"
    volumes:
      - ./Caddyfile:/etc/caddy/Caddyfile:Z
      - /etc/ssl/own.crt:/etc/ssl/own.crt:Z
      - /etc/ssl/own.key:/etc/ssl/own.key:Z
      - caddy-data:/data
    networks:
      - monitoring

volumes:
  caddy-data:

networks:
  monitoring:
    external: true
Hinweis SELinux

Das :Z an den Bind-Mounts (Caddyfile, Zertifikate) ist auf Rocky notwendig, damit Caddy trotz aktivem SELinux Lesezugriff über den passenden Kontext erhält. Bei benannten Volumes (uptime-kuma-data, caddy-data) ist das nicht nötig, das übernimmt Podman selbst.

Hinweis depends_on

Da Caddy und Uptime Kuma in getrennten Compose-Projekten liegen, gibt es zwischen ihnen kein depends_on mehr (das funktioniert nur innerhalb desselben Projekts). Das ist unproblematisch: Caddy versucht bei jeder Anfrage erneut, den Upstream zu erreichen, und verkraftet einen kurzzeitig noch nicht gestarteten Backend-Dienst klaglos.

Caddyfile

Die Caddyfile ist Caddys eigene Konfigurationsdatei (reiner Text, kein YAML/JSON). Sie legt pro Domain fest, welches Zertifikat benutzt wird und wohin intern weitergeleitet wird.

Caddyfile anlegen
  • vim /opt/monitoring/caddy/Caddyfile
kuma.it2XX.int {
    tls /etc/ssl/own.crt /etc/ssl/own.key
    reverse_proxy uptime-kuma:3001
}

Aufbau:

  • kuma.it2XX.int { – für welchen Hostnamen (Host-Header) der Block gilt
  • tls ... – welches Zertifikat/Key für diesen Host verwendet wird
  • reverse_proxy uptime-kuma:3001 – wohin die entschlüsselte Anfrage intern weitergeleitet wird (container_name als DNS-Name, funktioniert nur weil beide Container im selben externen Netz monitoring hängen)

Einen weiteren Dienst dazugeben

Soll z. B. HedgeDoc als weiterer Dienst hinzu, gilt immer dasselbe Schema – wieder ein eigenes Verzeichnis:

  1. Neues Verzeichnis /opt/monitoring/hedgedoc/ mit eigener compose.yaml
  2. Container hängt über external: true im selben Netzwerk monitoring
  3. Kein ports:-Eintrag beim Backend-Dienst – nur Caddy exponiert Ports
  4. Eigener Host-Block in der Caddyfile, der per container_name:internerPort auf den Dienst zeigt
Compose-Datei anlegen
  • vim /opt/monitoring/hedgedoc/compose.yaml
version: "3"

services:
  hedgedoc:
    image: docker.io/linuxserver/hedgedoc:latest
    container_name: hedgedoc
    environment:
      - CMD_DOMAIN=hedgedoc.it2XX.int
      - CMD_PROTOCOL_USESSL=true
      - CMD_URL_ADDPORT=false
    volumes:
      - hedgedoc-data:/config
    networks:
      - monitoring

volumes:
  hedgedoc-data:

networks:
  monitoring:
    external: true
Hinweis Reverse-Proxy-Umgebungsvariablen

HedgeDoc muss hinter einem Reverse Proxy wissen, unter welcher URL es von außen erreichbar ist – sonst generiert es Links auf Assets (CSS, JavaScript) mit falscher Adresse und die Seite erscheint "nackt" ohne Styling:

  • CMD_DOMAIN – externer Hostname (die Caddy-Domain)
  • CMD_PROTOCOL_USESSL=true – Links als https:// generieren, obwohl HedgeDoc intern nur HTTP spricht (TLS terminiert Caddy)
  • CMD_URL_ADDPORT=false – keinen Port an URLs hängen (443 ist Standard)
Caddyfile ergänzen
  • vim /opt/monitoring/caddy/Caddyfile
hedgedoc.it2XX.int {
    tls /etc/ssl/own.crt /etc/ssl/own.key
    reverse_proxy hedgedoc:3000
}
Merksatz

Ein neuer Dienst braucht vier Dinge: eigenes Verzeichnis, eigener container_name, Anbindung an das externe Netz monitoring via external: true, eigener Host-Block in der Caddyfile mit container_name:Port. Der Port nach außen bleibt immer nur 80/443 bei Caddy – alles andere läuft intern.

Starten und Stoppen

Da jeder Dienst ein eigenes Verzeichnis und Compose-Projekt ist, wird auch jeder Dienst einzeln aus seinem Verzeichnis heraus gestartet. Reihenfolge ist egal, solange das Netzwerk monitoring bereits existiert.

Stack starten (pro Verzeichnis)
  • cd /opt/monitoring/uptime-kuma && podman-compose up -d
  • cd /opt/monitoring/caddy && podman-compose up -d
  • cd /opt/monitoring/hedgedoc && podman-compose up -d
Status prüfen
  • podman ps
Einzelnen Dienst stoppen
  • cd /opt/monitoring/caddy && podman-compose down

Test

Aufruf im Browser
https://kuma.it2XX.int
https://hedgedoc.it2XX.int

Beim ersten Aufruf fragt Uptime Kuma nach Anlegen eines Admin-Accounts. Danach lassen sich Monitore für ns, www, ldap, client und fw anlegen (Ping, TCP-Port, HTTP) und der Status live auf dem Dashboard verfolgen.

Cheat Sheet: Podman und podman-compose

Die Podman-CLI ist bewusst zur Docker-CLI kompatibel – wer Docker kennt, kann fast alle Befehle 1:1 übernehmen (alias docker=podman funktioniert tatsächlich). Die wichtigsten Befehle für den Alltag:

Container

Laufende Container anzeigen
  • podman ps
Alle Container anzeigen (auch gestoppte)
  • podman ps -a
Logs eines Containers anzeigen
  • podman logs caddy
Logs live mitverfolgen (wie tail -f)
  • podman logs -f uptime-kuma
Nur die letzten 50 Zeilen
  • podman logs --tail 50 hedgedoc
Shell im laufenden Container öffnen
  • podman exec -it caddy sh
Einzelnen Befehl im Container ausführen
  • podman exec caddy cat /etc/caddy/Caddyfile
Container neu starten
  • podman restart caddy
Container stoppen / starten
  • podman stop caddy
  • podman start caddy
Details zu einem Container (IP, Mounts, Env-Variablen)
  • podman inspect uptime-kuma
Ressourcenverbrauch live anzeigen
  • podman stats

Images

Lokale Images anzeigen
  • podman images
Image aktualisieren (neue Version ziehen)
  • podman pull docker.io/louislam/uptime-kuma:1
Ungenutzte Images aufräumen
  • podman image prune

Netzwerke und Volumes

Netzwerke anzeigen
  • podman network ls
Details zu einem Netzwerk (welche Container hängen drin, IPs)
  • podman network inspect monitoring
Volumes anzeigen
  • podman volume ls
Wo liegt ein Volume auf dem Host
  • podman volume inspect uptime-kuma-data

podman-compose (im jeweiligen Dienst-Verzeichnis)

Stack starten (im Hintergrund)
  • podman-compose up -d
Stack stoppen und Container entfernen (Volumes bleiben erhalten)
  • podman-compose down
Status der Container dieses Projekts
  • podman-compose ps
Logs aller Container dieses Projekts
  • podman-compose logs
Logs live mitverfolgen
  • podman-compose logs -f
Dienst aktualisieren (neues Image ziehen, dann neu erstellen)
  • podman-compose pull
  • podman-compose up -d

Troubleshooting-Reihenfolge

Wenn ein Dienst nicht erreichbar ist, immer in dieser Reihenfolge prüfen:

  1. Läuft der Container überhaupt? → podman ps
  2. Was sagen die Logs? → podman logs -f containername
  3. Hängt er im richtigen Netz? → podman network inspect monitoring
  4. Ist der Dienst intern erreichbar? → podman exec -it caddy sh, dann wget -O- http://uptime-kuma:3001
  5. Stimmt die Caddyfile? → podman exec caddy cat /etc/caddy/Caddyfile
Merksatz

podman logs -f = erste Anlaufstelle bei jedem Problem | podman exec -it NAME sh = ich schaue mir das Problem von innen an | podman network inspect = wer hängt wirklich in welchem Netz

Merksatz (Zusammenfassung)

podman-compose = ein YAML-File statt mehrerer podman-run-Befehle | getrenntes Verzeichnis pro Dienst = unabhängige Compose-Projekte | gemeinsames Netz muss einmalig manuell angelegt und in jeder compose.yaml als external eingebunden werden | container_name = DNS- Name im internen Netz | nur Caddy exponiert Ports nach außen | jeder neue Dienst = eigenes Verzeichnis + eigener Host-Block in der Caddyfile