Rocky container: Unterschied zwischen den Versionen

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=== podman-compose installieren ===
 
=== podman-compose installieren ===
  
;Pip-Paket installieren (EPEL-Version ist teils veraltet)
+
;Über EPEL installieren
*dnf install -y python3-pip
+
*dnf install -y epel-release
*pip3 install podman-compose
+
*dnf install -y podman-compose
  
 
=== Vorbereitung: Zertifikate ===
 
=== Vorbereitung: Zertifikate ===

Version vom 5. Juli 2026, 11:07 Uhr

Installation

DATEN

Parameter Wert Erläuterung
VM Name container Name der VM
Disk 20GB Vorgabe übernehmen
CPU 4 Cores Kerne
Ram 4 GB Speicher
Netzwerk (NIC) DMZ Interface-Zuweisung in VirtualBox
Admin root Passwort: radler
User kit Passwort: kit
IP 10.88.2XX.39/24 Statische IP
CIDR 24 Classless Inter-Domain Routing Präfixlänge
GW 10.88.2XX.1 GATEWAY
NS 10.88.2XX.21 Resolver
FQDN container.it2XX.int Fully Qualified Domain Name
DOM it2XX.int Domain Name

Hostname

  • hostnamectl hostname FQDN

Netzwerk

  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.addresses IP/CIDR
  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.gateway GW
  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.dns NS
  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.method manual
  • nmcli con mod enp0s3 connection.autoconnect yes
  • nmcli con up enp0s3

Nameserver & Suchdomain

Der DNS wird bereits über nmcli gesetzt. Suchdomain ergänzen:

  • nmcli con mod enp0s3 ipv4.dns-search DOM
  • nmcli con up enp0s3

Tools die wir haben wollen

  • dnf install vim sudo git curl tcpdump nmap wget epel-release policycoreutils-python-utils tar

Kit Stamm-CA ziehen und in das System einbauen

Zertifikat und Key holen

Monitoring mit Uptime Kuma und Caddy (container.it2XX.int)

Als Ausblick nach der klassischen Systemadministration wird auf der Maschine container.it2XX.int ein kleines Container-Setup gezeigt: Uptime Kuma als Monitoring-Tool, davor Caddy als Reverse Proxy. Beide laufen als Podman-Container, verwaltet über podman-compose.

Was ist Podman

Podman ist eine Container-Engine, kompatibel zur Docker-CLI, aber ohne zentralen Root-Daemon.

Wichtigste Unterschiede zu Docker
  • Daemonless: Docker braucht einen dauerhaft laufenden Root-Daemon
 (dockerd). Fällt er aus oder wird kompromittiert, sind alle Container
 betroffen. Podman startet Container als direkte Kindprozesse ohne
 zentralen Daemon.
  • Rootless by Default: Podman-Container laufen standardmäßig ohne
 Root-Rechte. Ein Escape aus dem Container landet nicht automatisch
 bei Root auf dem Host.
  • Systemd-Integration: Podman-Container lassen sich nativ als
 systemd-Units verwalten (Quadlets), passt gut in RHEL/Rocky-Abläufe.
Merksatz

Docker = ein Daemon regiert alle Container (meist als Root) | Podman = jeder Container ein eigener Prozess, standardmäßig ohne Root-Rechte

podman-compose installieren

Über EPEL installieren
  • dnf install -y epel-release
  • dnf install -y podman-compose

Vorbereitung: Zertifikate

Die Zertifikate liegen bereits vor unter:

  • /etc/ssl/own.crt
  • /etc/ssl/own.key

Wie Container sich im Netzwerk finden: DNS über container_name

Podman (wie Docker) legt für jedes in networks: definierte Netz ein eigenes internes DNS auf. Jeder Container ist darin unter seinem container_name erreichbar – nicht unter localhost und nicht über die Host-IP.

Merksatz

container_name = Hostname im internen Compose-Netz. Zwei Container im selben networks:-Eintrag erreichen sich gegenseitig per ping container_name bzw. curl http://container_name:PORT.

Das bedeutet konkret für unser Setup: Caddy spricht Uptime Kuma nicht über 127.0.0.1:3001 an, sondern über uptime-kuma:3001 – beide hängen im Netz monitoring.

Container 1: Uptime Kuma

Uptime Kuma braucht keinen externen Port. Es lauscht intern auf Port 3001 und wird ausschließlich über Caddy nach außen gereicht. Daten (SQLite-DB, Konfiguration) liegen in einem benannten Volume, damit sie Container-Neustarts und -Updates überleben.

  uptime-kuma:
    image: docker.io/louislam/uptime-kuma:1
    container_name: uptime-kuma
    volumes:
      - uptime-kuma-data:/app/data
    networks:
      - monitoring
Wichtig

Kein ports:-Eintrag nötig. Ein Backend-Dienst, der nur von Caddy angesprochen wird, muss nicht auf dem Host exponiert werden – das wäre sogar ein unnötiges Sicherheitsrisiko (Port läge dann offen am Host-Netz, ungeschützt durch TLS).

Container 2: Caddy (Reverse Proxy)

Caddy ist der einzige Container, der Ports nach außen (Host) öffnen muss, weil er der einzige Kontaktpunkt von außen ist. Er terminiert TLS mit dem vorhandenen Zertifikat und leitet intern per Klartext-HTTP an uptime-kuma:3001 weiter.

  caddy:
    image: docker.io/library/caddy:2
    container_name: caddy
    ports:
      - "80:80"
      - "443:443"
    volumes:
      - ./Caddyfile:/etc/caddy/Caddyfile:Z
      - /etc/ssl/own.crt:/etc/ssl/own.crt:Z
      - /etc/ssl/own.key:/etc/ssl/own.key:Z
      - caddy-data:/data
    networks:
      - monitoring
    depends_on:
      - uptime-kuma
Hinweis SELinux

Das :Z an den Bind-Mounts (Caddyfile, Zertifikate) ist auf Rocky notwendig, damit Caddy trotz aktivem SELinux Lesezugriff über den passenden Kontext erhält. Bei benannten Volumes (uptime-kuma-data, caddy-data) ist das nicht nötig, das übernimmt Podman selbst.

Caddyfile

Die Caddyfile ist Caddys eigene Konfigurationsdatei (reiner Text, kein YAML/JSON). Sie legt pro Domain fest, welches Zertifikat benutzt wird und wohin intern weitergeleitet wird.

Im selben Verzeichnis wie die compose.yaml anlegen (z. B. /opt/monitoring/Caddyfile)
kuma.it2XX.int {
    tls /etc/ssl/own.crt /etc/ssl/own.key
    reverse_proxy uptime-kuma:3001
}

Aufbau:

  • kuma.it2XX.int { – für welchen Hostnamen (Host-Header) der Block gilt
  • tls ... – welches Zertifikat/Key für diesen Host verwendet wird
  • reverse_proxy uptime-kuma:3001 – wohin die entschlüsselte Anfrage intern weitergeleitet wird (container_name als DNS-Name)

Einen zweiten Dienst dazugeben

Soll z. B. HedgeDoc als zweiter Dienst hinzu, gilt immer dasselbe Schema:

  1. Container-Definition mit eigenem container_name in compose.yaml
  2. Container hängt im selben networks:-Eintrag (monitoring)
  3. Kein ports:-Eintrag beim Backend-Dienst – nur Caddy exponiert Ports
  4. Eigener Host-Block in der Caddyfile, der per container_name:internerPort auf den Dienst zeigt
  hedgedoc:
    image: docker.io/linuxserver/hedgedoc:latest
    container_name: hedgedoc
    volumes:
      - hedgedoc-data:/config
    networks:
      - monitoring
notes.it2XX.int {
    tls /etc/ssl/own.crt /etc/ssl/own.key
    reverse_proxy hedgedoc:3000
}

Nicht vergessen: neues Volume (hedgedoc-data) unter volumes: deklarieren.

Merksatz

Ein neuer Dienst braucht drei Dinge: eigener container_name, gleiches Netzwerk wie Caddy, eigener Host-Block in der Caddyfile mit container_name:Port. Der Port nach außen bleibt immer nur 80/443 bei Caddy – alles andere läuft intern.

compose.yaml (vollständig, Beispiel mit zwei Backend-Diensten)

version: "3"

services:
  uptime-kuma:
    image: docker.io/louislam/uptime-kuma:1
    container_name: uptime-kuma
    volumes:
      - uptime-kuma-data:/app/data
    networks:
      - monitoring

  hedgedoc:
    image: docker.io/linuxserver/hedgedoc:latest
    container_name: hedgedoc
    volumes:
      - hedgedoc-data:/config
    networks:
      - monitoring

  caddy:
    image: docker.io/library/caddy:2
    container_name: caddy
    ports:
      - "80:80"
      - "443:443"
    volumes:
      - ./Caddyfile:/etc/caddy/Caddyfile:Z
      - /etc/ssl/own.crt:/etc/ssl/own.crt:Z
      - /etc/ssl/own.key:/etc/ssl/own.key:Z
      - caddy-data:/data
    networks:
      - monitoring
    depends_on:
      - uptime-kuma
      - hedgedoc

volumes:
  uptime-kuma-data:
  hedgedoc-data:
  caddy-data:

networks:
  monitoring:

Starten und Stoppen

Stack starten
  • cd /opt/monitoring
  • podman-compose up -d
Status prüfen
  • podman-compose ps
Stack stoppen
  • podman-compose down

Test

Aufruf im Browser
https://kuma.it2XX.int
https://notes.it2XX.int

Beim ersten Aufruf fragt Uptime Kuma nach Anlegen eines Admin-Accounts. Danach lassen sich Monitore für ns, www, ldap, client und fw anlegen (Ping, TCP-Port, HTTP) und der Status live auf dem Dashboard verfolgen.

Merksatz (Zusammenfassung)

podman-compose = ein YAML-File statt mehrerer podman-run-Befehle | container_name = DNS-Name im internen Netz | nur Caddy exponiert Ports nach außen | jeder neue Dienst = eigener Block in compose.yaml + eigener Host-Block in der Caddyfile