CVE-2026-43284: Unterschied zwischen den Versionen

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*git clone https://github.com/V4bel/dirtyfrag.git
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*gcc -O0 -Wall -o exp exp.c -lutil
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Aktuelle Version vom 8. Mai 2026, 13:44 Uhr

Beschreibung

„Dirty Frag" (CVE-2026-43284 / CVE-2026-43500) ist eine schwerwiegende Sicherheitslücke im Linux-Kernel, die durch die Verkettung zweier unabhängiger Page-Cache-Write-Schwachstellen eine lokale Privilegienerweiterung (Local Privilege Escalation, LPE) auf nahezu allen gängigen Linux-Distributionen ermöglicht.

Die Schwachstelle gehört zur selben Fehlerklasse wie Dirty Pipe und Copy Fail: Ein normaler Benutzer ohne Root-Rechte kann gezielt Daten in den Page Cache des Kernels schreiben, ohne dass die eigentliche Datei auf dem Datenträger verändert wird. Klassische Erkennungsmethoden wie Hashprüfungen oder Log-Analysen greifen daher nicht. Nach einem Neustart oder beim Leeren des Caches verschwinden alle Spuren automatisch.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kernel-Exploits erfordert Dirty Frag kein präzises Timing und keinen Race Condition – es handelt sich um einen deterministischen Logikfehler mit sehr hoher Erfolgsrate.

Betroffene Komponenten

Dirty Frag verkettet zwei Schwachstellen, die sich gegenseitig ergänzen:

xfrm-ESP Page-Cache Write (CVE-2026-43284)
Vorhanden seit Commit cac2661c53f3 (Januar 2017), gepatcht in Mainline

bei f4c50a4034e6. Erfordert das Recht zur Erstellung eines User Namespace.

RxRPC Page-Cache Write (CVE-2026-43500)
Vorhanden seit Commit 2dc334f1a63a (Juni 2023), noch kein Patch verfügbar.

Erfordert kein Namespace-Privilege, setzt jedoch das Modul rxrpc.ko voraus.

Durch die Verkettung beider Varianten werden die jeweiligen blinden Flecken abgedeckt: Wo xfrm-ESP durch AppArmor-Richtlinien blockiert wird (z. B. Ubuntu), greift RxRPC – und umgekehrt.

Betroffene Versionen

Die effektive Lebensdauer der Schwachstellen beträgt bis zu 9 Jahre. Getestete Distributionen:

  • Ubuntu 24.04.4 (Kernel 6.17.0-23-generic)
  • RHEL 10.1 (6.12.0-124.49.1.el10_1.x86_64)
  • CentOS Stream 10 (6.12.0-224.el10.x86_64)
  • AlmaLinux 10 (6.12.0-124.52.3.el10_1.x86_64)
  • Fedora 44 (6.19.14-300.fc44.x86_64)
  • openSUSE Tumbleweed (7.0.2-1-default)

Proof of Concept

Fix

Bis ein offizieller Kernel-Patch für die verwendete Distribution verfügbar ist, können die verwundbare Module deaktiviert werden. Dieser Schritt erfordert keinen Neustart.

Module dauerhaft deaktivieren und sofort entladen
  • sh -c "printf 'install esp4 /bin/false\ninstall esp6 /bin/false\ninstall rxrpc /bin/false\n' > /etc/modprobe.d/dirtyfrag.conf; rmmod esp4 esp6 rxrpc 2>/dev/null; echo 3 > /proc/sys/vm/drop_caches; true"
Page Cache leeren (falls Exploit bereits ausgeführt wurde)
  • echo 3 > /proc/sys/vm/drop_caches

Nach einem verfügbaren Kernel-Update:

Debian/Ubuntu
  • apt update && apt upgrade
Rocky Linux / RHEL / Fedora
  • dnf update

Anschließend Neustart durchführen und prüfen, ob das Update den jeweiligen Patch enthält.

Verhältnis zu Copy Fail

Dirty Frag teilt denselben Sink wie Copy Fail im xfrm-ESP-Pfad. Systeme, auf denen die bekannte Copy-Fail-Mitigation (Blacklist von algif_aead) angewendet wurde, sind weiterhin durch Dirty Frag verwundbar.