OPNsense Regeln

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OPNsense Regeln – Reihenfolge, Floating und Fehlerbilder

Grundprinzip

  • Jedes Interface (LAN, WAN, OPT1, …) hat einen eigenen Reiter unter Firewall → Rules
  • Eine Regel gilt für Verkehr, der an genau diesem Interface ankommt
  • Regeln werden von oben nach unten geprüft
  • Die erste passende Regel entscheidet, danach wird nicht weiter geprüft (intern „quick“)

Aktionen

  • Pass – lässt das Paket durch
  • Block – verwirft ohne Antwort
  • Reject – verwirft mit Antwort (TCP: RST, ICMP: unreachable)

Der Klassiker: falsche Reihenfolge

  • Beispiel: eine Block-Regel für einen einzelnen PC steht unter der breiten „Default allow LAN to any“-Regel
  • Die breite Regel passt zuerst → Pass → Stopp
  • Die Block-Regel darunter wird nie erreicht (Hits bleibt bei 0)
  • Lösung: spezifische Regeln vor allgemeine Regeln stellen

Floating Rules vs. Interface-Regeln

  • Interface-Regeln: gelten nur für ein Interface, immer „quick“
  • Floating Rules: gelten für mehrere Interfaces/Richtungen gleichzeitig
  • Floating Rules zeigen die quick-Checkbox:
    • angehakt → erste passende Regel gewinnt
    • abgewählt → letzte passende Regel gewinnt (klassisches pf-Verhalten)
  • Verarbeitungsreihenfolge: zuerst Floating Rules mit quick, danach die Regeln des passenden Interface-Reiters

Was von Anfang an da ist

  • Anti-Lockout-Regel: unsichtbare automatische Regel, erlaubt Zugriff auf GUI/SSH am LAN-Interface (System → Settings → Administration zum Abschalten)
  • Default allow LAN to any: wird beim Ersteinrichten angelegt, für den Produktivbetrieb meist zu großzügig
  • WAN: keine „allow any“-Regel, zusätzlich Block private networks / Bogon networks als Voreinstellung

Fehlersuche: Live Log, Filter, Analyse

  • Häkchen „Log“ pro Regel: Treffer erscheinen in Firewall → Log Files → Live View (standardmäßig aus, sonst bei viel Verkehr schnell unübersichtlich)
  • Jede Zeile der Live View zeigt: Zeit, Interface, Richtung (in/out), Aktion, Quelle:Port, Ziel:Port und die Regel (Label), die gegriffen hat
  • Filtern: oben links eine Bedingung bauen aus Feld (z. B. Label, Quelle, Ziel – host und port treffen dabei Quelle UND Ziel), Methode (contains, is, is not, does not contain) und Wert, mit dem Button [+] zur Ansicht hinzufügen
  • Mehrere Bedingungen kombinierbar: Voreinstellung UND (alle müssen zutreffen), umschaltbar auf ODER (z. B. mehrere Hosts gleichzeitig im Blick behalten)
  • Wichtig: die Live View zeigt nur Verkehr, der gegen eine Regel MIT Log-Häkchen lief, und bei einer neuen Verbindung nur das erste Paket, das den Zustand anlegt – nicht jedes einzelne Paket. Für jedes Paket: Interfaces → Diagnostics → Packet Capture
  • Analyse: die Spalte „Regel“ zeigt, WELCHE Regel wirklich getroffen hat – im Beispiel von oben steht beim nicht gesperrten PC „Pass / allow (Default allow LAN to any)“ statt „Block“, das bestätigt sofort die Diagnose aus dem Abschnitt „Der Klassiker“
  • Nach dem Korrigieren der Reihenfolge zeigt dieselbe Verbindung „Block / block (eigene Regel)“ – das Log bestätigt live, dass die Korrektur wirkt
  • Firewall → Rules, Spalte Hits: zeigt, ob eine Regel überhaupt getroffen wird
  • Diagnostics → States: zeigt laufende Zustände (Quelle, Ziel, Dauer)

Fehlerbilder

  • Regel wirkt nicht, keine Fehlermeldung → allgemeinere Regel greift zuerst → spezifische Regel nach oben, Hits prüfen
  • Pass-Regel wirkt gar nicht → falscher Interface-Reiter → Richtung/Interface prüfen
  • Management-Zugriff plötzlich weg → Anti-Lockout deaktiviert, eigene Regel fehlerhaft → über die Konsole wieder herein
  • Floating-Regel verhält sich unerwartet → quick abgewählt → quick anhaken
  • Testlabor mit privaten Adressen am WAN ohne Verkehr → Block private networks/Bogon aktiv → gezielt abschalten

Links