Win 11 Installation

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Erstellung einer Windows 11 VM

Die VM-Erstellung erfolgt über die Schaltfläche [Create VM] in der rechten oberen Ecke der Weboberfläche. Optional kann dazu auch das Kontextmenü des Proxmox-Host genutzt werden.

Hier müssen einige Einstellungen auf unterschiedlichen Reitern vorgenommen werden. Der Wechsel zwischen den Reitern erfolgt dabei durch das Betätigen der Schaltfläche [Next] oder [Back] bzw. durch das Anklicken des gewünschten Reiters.

General

Als erstes wird die künftige VM ID vergeben. In der Regel beginnt die Zählung bei 100, jede weitere VM (oder Container) erhöhen den Zähler automatisch um 1. Selbstverständlich darf die ID auch an die eigenen Konzepte angepasst werden. In unserer Umgebung auf HV04 nutzen wir 401 als VM ID für die erste Windows-VM.

Nun muss der Name der virtuellen Maschine eingetragen werden. Auch hier bieten sich einheitliche Namenskonzepte an, da diese die Verwaltung der VMs ab einer bestimmten Größenordnung deutlich erleichtern. Für unsere Zwecke reicht VM-WIN11-401 als Name.

OS

Im Reiter OS wählen wir im Feld Storage den zu nutzenden Speicher sowie im Feld ISO image den Eintrag Win11.iso aus.

Zusätzlich laden wir die aktuellen VirtIO-Treiber (virtio-win.iso) als zweites ISO-Image hoch, damit diese während der Installation verfügbar sind. Dazu fügen wir über die Schaltfläche [Add additional drive] ein zweites CD/DVD-Laufwerk hinzu und wählen dort die virtio-win.iso aus.

Auf der rechten Seite im Bereich Guest OS wählen wir unter Type den Eintrag Microsoft Windows sowie im Feld Version den Wert 11/2022 aus.

System

Der Reiter System erfordert für Windows 11 besondere Aufmerksamkeit.

Einstellung Wert Bemerkung
Graphic Card Default Keine grafikintensiven Berechnungen erforderlich
Machine q35 Für moderne Betriebssysteme besser geeignet, von Windows 11 vorausgesetzt
BIOS OVMF (UEFI) Windows 11 erfordert zwingend UEFI
EFI Storage gewünschter Speicherort Erscheint nach Auswahl von OVMF
Add TPM aktiviert Hardwareanforderung von Windows 11
TPM Storage gewünschter Speicher
TPM Version v2.0 Von Windows 11 zwingend vorausgesetzt
SCSI Controller VirtIO SCSI single Optimale Performance
Qemu Agent aktiviert Ermöglicht erweiterte VM-Verwaltung (z.B. sanftes Herunterfahren)

Disks

Im Reiter Disks werden die benötigten Einstellungen für die Festplatten der VM vorgenommen. Diese werden abhängig vom gewählten SCSI Controller teilweise vorkonfiguriert. Hier können auch bei Bedarf zusätzliche Festplatten hinzugefügt werden.

Für Windows 11 empfehlen wir mindestens 64 GB Festplattenspeicher, da das Betriebssystem allein bereits ca. 30–40 GB benötigt. Zusätzlich aktivieren wir die Optionen Discard sowie SSD emulation, damit Thin Provisioning optimal genutzt wird und die bestmögliche Leistung erreicht wird.

Da wir als SCSI Controller VirtIO gewählt haben, wird Windows den Datenträger während der Installation zunächst nicht erkennen. Im Windows-Installationsdialog klicken wir auf „Treiber laden" und navigieren zur virtio-win.iso unter vioscsi\w11\amd64, um den passenden Speichertreiber zu laden.

CPU

Der Reiter CPU bietet uns die Möglichkeit, die Anzahl der Sockel, Kerne sowie des CPU-Typs zu bestimmen.

Einstellung Wert Bemerkung
Sockets 1
Cores 2 (besser 4) Für flüssige Nutzung werden 4 Kerne empfohlen
Type x86-64-v2-AES Alternativ kann die eigene CPU-Familie ausgewählt werden
Enable NUMA aktiviert Ermöglicht Hot-Plug von CPU-Kernen und Arbeitsspeicher im laufenden Betrieb

Auf die Nutzung des CPU-Typs host sollte verzichtet werden, da dabei nicht nur alle Features sondern auch alle Hardwaresicherheitslücken (wie Spectre und Meltdown) an die VM weitergereicht werden.

Memory

Im Reiter Memory wird der Arbeitsspeicher konfiguriert. Dieser muss in 2er-Potenz eingegeben werden. Windows 11 benötigt mindestens 4096 MiB – wir empfehlen 4096 MiB, besser 8192 MiB für eine komfortable Nutzung.

Network

Nun konfigurieren wir im Reiter Network die Netzwerkanbindung der virtuellen Maschine. Neben der Möglichkeit, mit No network device die Netzwerkkarte vollständig zu entfernen, können wir auch die Netzwerkbrücke bestimmen, ein VLAN Tag für die jeweilige VM konfigurieren, das Modell der Netzwerkkarte sowie eine bestimmte MAC-Adresse hinterlegen.

Einstellung Wert Bemerkung
Bridge vmbr1
VLAN Tag 260
Model VirtIO (paravirtualized) Höchste Bandbreite, Treiber muss nachinstalliert werden

Vorlage:Hinweis

Confirm

Im letzten Reiter Confirm können wir noch die vorgenommenen Einstellungen überprüfen, bevor wir die Option start after created aktivieren und mit der Schaltfläche [Finish] den Vorgang abschließen.

Sobald die VM durch den Host erzeugt und gestartet wurde, können wir unter 401 > Console die Installation des Betriebssystems durchführen.

Nacharbeiten nach der Installation

Nach Abschluss der Windows-Installation empfiehlt es sich, über die virtio-win.iso die verbleibenden Treiber und Tools zu installieren:

  1. Zur virtio-win.iso im Datei-Explorer navigieren
  2. Die Datei virtio-win-guest-tools.exe ausführen
  3. Der Installer installiert automatisch:
    • VirtIO Guest Agent (Qemu Agent Integration)
    • VirtIO Netzwerktreiber (falls VirtIO als Modell gewählt wurde)
    • VirtIO Balloon-Treiber (dynamische Speicherverwaltung)
    • Alle weiteren benötigten VirtIO-Treiber

Zusammenfassung der Unterschiede zur Debian-VM

Einstellung Debian (VM-DEB-401) Windows 11 (VM-WIN11-401)
BIOS SeaBIOS oder OVMF OVMF (UEFI) (Pflicht)
TPM nicht erforderlich TPM v2.0 (Pflicht)
Zweites ISO nicht erforderlich virtio-win.iso (Pflicht)
Guest OS Type Linux Microsoft Windows 11/2022
Festplatte 8 GB mindestens 64 GB
RAM 2048 MiB mindestens 4096 MiB
CPU Kerne 2 2–4 empfohlen
VirtIO-Treiber im Kernel enthalten Nachinstallation erforderlich