Mailserver Workshop Konfiguration
Version vom 11. März 2026, 12:21 Uhr von Thomas.will (Diskussion | Beiträge)
Zielsetzung
- Einrichtung eines Mailservers mit Postfix, Dovecot und Rspamd
- Unverschlüsselte Grundkonfiguration der Dienste
- Schrittweise Absicherung durch Verschlüsselung
- Integration von Rspamd zur Spam- und Virenerkennung
- Logging und Fehleranalyse für eine stabile Mailserver-Umgebung
Voraussetzungen
- Debian- oder Ubuntu-Server mit Root-Zugriff
- Domain it213.int ist bereits als MX für den Mailserver eingetragen
- Basiskenntnisse in Linux und Mailserver-Administration
- Internetzugang für Paketinstallation und DNS-Abfragen
Ist der MX Record richtig eingetragen?
- Verwende eines dieser Tools
- host -t mx it213.int
- nslookup -q=mx it213.int
- dig -t mx it213.int
Installation
- apt update
- apt install postfix dovecot-core dovecot-imapd dovecot-lmtpd mailutils
Bei der Abfrage Internet Site wählen.
Beschreibung der Pakete für den Mailserver
Postfix
- Postfix ist ein Mail-Transport-Agent (MTA)
- Zuständig für den Versand und Empfang von E-Mails
- Nimmt E-Mails von lokalen oder entfernten Clients an und leitet sie weiter
Dovecot-Core
- Grundlegende Infrastruktur von Dovecot
- Wird für die Bereitstellung von IMAP- und POP3-Diensten genutzt
- Enthält noch keine spezifischen Protokolle
Dovecot-IMAPD
- Aktiviert den IMAP-Dienst in Dovecot
- Ermöglicht den Zugriff auf E-Mails direkt auf dem Server
- Standardprotokoll für moderne E-Mail-Clients
Dovecot-LMTPD
- Aktiviert den LMTP-Dienst (Local Mail Transfer Protocol)
- Zuständig für die interne Mail-Zustellung von Postfix an Dovecot
- Effizientere Alternative zu mailbox_command für die Mailzustellung
Mailutils
- Sammlung von Mail-Werkzeugen für Unix/Linux
- Enthält Befehle wie mail zum Senden und Lesen von E-Mails
- Unterstützt verschiedene Mail-Speicherformate wie mbox und Maildir
- Nützlich für Tests und Skripte in Mailserver-Umgebungen
Mailformate
/var/spool/mail (mbox)
- Speichert alle E-Mails eines Nutzers in einer einzigen Datei
- Zentrale Speicherung unter /var/spool/mail/<benutzer>
- Schneller bei sehr kleinen Mailboxen, aber langsamer bei vielen Mails
- Probleme mit Dateisperren bei gleichzeitigen Zugriffen möglich
- Schwerer zu sichern, da Änderungen in einer einzigen Datei passieren
Maildir
- Speichert jede E-Mail als eine eigene Datei im Benutzerverzeichnis ~/Maildir/
- Bessere Performance, da parallele Zugriffe möglich sind
- Kein Locking-Problem, da keine zentrale Datei gesperrt werden muss
- Einfaches Backup, da Mails als einzelne Dateien kopiert werden können
- Unterstützt von modernen Mailservern und Clients besser
Empfehlung
- Maildir wird empfohlen, da es stabiler, moderner und einfacher zu verwalten ist
- /var/spool/mail ist nur sinnvoll, wenn eine zentrale Speicherung ohne Benutzer-Home-Verzeichnisse gewünscht ist
Jeder neue Benutzer bekommt diese Dateien im Homeverzeichnis
- mkdir -p /etc/skel/Maildir/{cur,new,tmp}
- echo 'export MAIL=$HOME/Maildir' >> /etc/skel/.bashrc