/etc/sysconfig
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/etc/sysconfig
Sammelstelle für Daemon-Konfiguration und Umgebungsvariablen, die systemd-Units per EnvironmentFile= einlesen. Kein einheitliches Konzept, sondern historisch gewachsen – manche Dateien sind aktiv, manche nur noch Leichen.
Was noch lebt
- Daemon-Flags über EnvironmentFile
- Viele Units laden ihre Optionen aus
/etc/sysconfig/<dienst>, statt die Unit-Datei selbst anzufassen - Beispiele:
/etc/sysconfig/sshd,/etc/sysconfig/crond,/etc/sysconfig/firewalld,/etc/sysconfig/named,/etc/sysconfig/samba
- Sonderfälle mit eigener Struktur (kein simples EnvironmentFile)
/etc/sysconfig/nftables.conf– wird von der nftables-Unit direkt als Regelwerk eingelesen, nicht als Env-Variablen/etc/sysconfig/kdump– Kdump-Optionen (Kernel-Crash-Dump), deutlich umfangreicher als die meisten anderen Dateien hier/etc/sysconfig/irqbalance– ähnlich, eigene Options-Syntax statt simpler KEY=VALUE-Flags
# prüfen, ob eine Unit überhaupt sysconfig referenziert
systemctl cat sshd | grep EnvironmentFile
systemctl cat named | grep EnvironmentFile
- selinux
/etc/sysconfig/selinuxist nur ein Symlink auf/etc/selinux/config– die eigentliche Datei liegt woanders, der Pfad existiert nur aus Kompatibilitätsgründen
Was tot ist
- network-scripts
/etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-*– Ende, ersetzt durch NetworkManager-Keyfiles unter/etc/NetworkManager/system-connections/- Der Ordner selbst existiert auf aktuellen Systemen oft noch (leer angelegt), nur der Inhalt ist tot – nicht wundern, wenn
lsihn noch zeigt
Faustregel
Vor jeder Änderung erst checken, ob die Unit das File überhaupt liest:
systemctl cat <dienst> | grep -i environment
Kein Treffer → Unit hat eigene Config unter /etc/<dienst>/ oder direkt in der Unit-Datei, /etc/sysconfig/<dienst> wird ignoriert, egal was drinsteht.