Aufruf eines Skripts
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Aufbau eines Skripts
- Ein Shell-Skript ist eine einfache Textdatei, die eine Abfolge von Kommandos enthält, die von der Shell interpretiert werden.
- Die Shell liest diese Datei zeilenweise und führt jeden Befehl nacheinander aus.
- Ein Skript kann direkt im Terminal oder über Systemmechanismen (z. B. cron) gestartet werden.
- Im Gegensatz zu Windows spielt die Dateiendung unter Unix/Linux keine Rolle für die Ausführung.
- Entscheidend ist nicht der Dateiname, sondern der Anfang der Datei – die sogenannte Shebang-Zeile (#!).
- Sie legt fest, welcher Interpreter das Skript ausführt.
- Beispiel ohne Shebang
- echo "echo Hallo Welt" > skript
- file skript
skript: ASCII text
- Das Kommando file zeigt, dass es sich nur um eine einfache Textdatei handelt.
- Beispiel mit Shebang
- echo -e '#!/bin/bash\necho "Hallo Welt"' > skript
- file skript
skript: Bourne-Again shell script text executable
- Jetzt erkennt man am Ergebnis, dass das System den Interpreter anhand der Shebang-Zeile identifiziert hat.
- Damit das Skript direkt gestartet werden kann, müssen die Ausführungsrechte gesetzt werden:
- chmod +x skript
- ./skript
Hallo Welt
Kommentare
- Kommentare beginnen mit dem Zeichen # und werden von der Shell ignoriert.
- Sie dienen der Dokumentation und machen Skripte leichter verständlich.
- Die Shebang-Zeile ist die einzige Ausnahme – sie beginnt zwar mit #, wird aber vom Kernel ausgewertet und nicht als Kommentar behandelt.
- Beispiel
#!/bin/bash # Startmeldung echo "Start"
- Kommentare können auch am Ende einer Zeile stehen:
echo "Start" # Kommentar hinter einem Befehl
- Leere Zeilen und Kommentarzeilen haben keine Auswirkung auf die Ausführung.
Kopfzeile und Metadaten
- In Schulungs- oder Administrationsumgebungen ist es üblich, jedem Skript eine kurze Kopfzeile mit Zweck, Autor, Datum und Version voranzustellen.
- Beispielkopf für Schulungsskripte
#!/bin/bash # Zweck: Beispiel für Skriptaufbau # Autor: Thomas # Datum: 17.10.2025 # Version: 1.0
Empfohlene Konventionen
- Verwende nach Möglichkeit die Endung .sh, um Skripte besser erkennbar zu machen – erforderlich ist sie jedoch nicht.
- Strukturiere Befehle klar und übersichtlich.
- Setze Kommentare gezielt zur Beschreibung des Skriptzwecks ein.
- Teste Skripte vor der Ausführung mit bash -n (Syntaxprüfung) oder bash -x (Debugmodus).
- Halte den Code portabel – vermeide Shell-spezifische Erweiterungen, sofern nicht nötig.
Aufgaben
- Erstellen Sie mit echo "echo Hallo Welt" > skript eine einfache Datei und prüfen Sie ihren Typ mit file skript.
- Fügen Sie eine Shebang-Zeile ein und prüfen Sie erneut den Dateityp mit file skript.
- Machen Sie das Skript ausführbar und starten Sie es.
- Ergänzen Sie einen Kommentar, der den Zweck des Skripts beschreibt.