Glasfaserverkabelung

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Was ist das?

  • Glasfaser-Ethernet-Verkabelung ist eine Technologie zur Übertragung von Daten über Lichtwellenleiter.
  • Im Gegensatz zu Kupferkabeln, die elektrische Signale übertragen, nutzt die Glasfaser modulierte Lichtimpulse.
  • Das Licht wird im Kern der Faser geführt und durch Totalreflexion über große Entfernungen geleitet.

Lichtimpulse

  • In einer Glasfaser wird ein schmaler Lichtstrahl verwendet, der zwischen Kern und Mantel reflektiert wird.
  • Dadurch bleibt das Signal über lange Strecken nahezu verlustfrei erhalten.

Signalübertragung

  • Ein Sender wandelt elektrische Signale in Lichtimpulse um.
  • Diese werden über die Glasfaser an das Ziel übertragen.
  • Der Empfänger wandelt die Lichtimpulse wieder in elektrische Signale zurück.

Geschwindigkeit und Reichweite

  • Glasfaser bietet extrem hohe Bandbreiten – heute bis über 400 Gbit/s pro Faser.
  • Im Vergleich zu Kupferkabeln sind Übertragungsdistanzen von mehreren Kilometern möglich, ohne dass ein Verstärker erforderlich ist.
  • Damit eignet sich Glasfaser ideal für Campus-, Backbone- und WAN-Verbindungen.

Sicherheit

  • Glasfaser ist abhörsicher, da keine elektromagnetischen Felder abgestrahlt werden.
  • Ein unbemerkter Zugriff ist technisch aufwendig und führt meist zu Signalverlusten.

Typischer Aufbau einer Glasfaser

Glasfaser-aufbau.png

  1. Kern (engl. Core)
  2. Mantel (engl. Cladding)
  3. Schutzbeschichtung (engl. Coating / Buffer)
  4. Außenhülle (engl. Jacket)

Unterschied zwischen Singlemode und Multimode

  • Singlemode-Fasern haben einen kleinen Kern (9 µm), Multimode-Fasern einen größeren (50 µm oder 62,5 µm).
  • Beide besitzen einen Mantel von 125 µm Durchmesser.
  • Der entscheidende Unterschied liegt in der Anzahl der Lichtmoden (Ausbreitungswege).
Merkmal Singlemode-Faser Multimode-Faser
Kerndurchmesser 9 µm 50 µm / 62,5 µm
Lichtquelle Laser LED / VCSEL
Reichweite bis 80 km bis 550 m (je nach Typ)
Bandbreite sehr hoch begrenzt
Kosten höher günstiger
Einsatz WAN, MAN, Carrier, Backbone LAN, Rechenzentrum, Patchverbindungen

Technische Merkmale der Singlemode-Faser

  • Sehr geringer Dämpfungswert und kaum Laufzeitverschiebungen.
  • Nur eine Lichtmode kann sich ausbreiten.
  • Erfordert präzise Stecker und teure Laserquellen.
  • Ideal für große Distanzen und hohe Bandbreiten.

Vorteile

  • geringe Dämpfung
  • hohe Reichweite
  • hohe Bandbreite
  • kaum Interferenzen

Nachteile

  • aufwendigere Installation
  • höherer Gerätepreis (Laser)
  • präzise Spleiß- und Stecktechnik erforderlich

Typische Anwendungen

  • Weitverkehrsverbindungen, Carrier-Netze, Backbone-Verkabelung.

Technische Merkmale der Multimode-Faser

  • Größerer Kerndurchmesser ermöglicht mehrere Lichtmoden.
  • Einfachere Installation und preisgünstigere Komponenten.
  • Höhere Dämpfung und Dispersion begrenzen die Reichweite.

Vorteile

  • kostengünstiger als Singlemode
  • robuster bei der Installation
  • einfache Steckverbindungen
  • LED/VCSEL-Lichtquellen ausreichend

Nachteile

  • höhere Dämpfung und Laufzeitunterschiede
  • geringere Reichweite und Bandbreite

Typische Anwendungen

  • LAN-Verkabelung, Serverräume, Rechenzentren, kurze Strecken bis ca. 500 m.

Kompatibilität

  • Singlemode- und Multimode-Fasern sind grundsätzlich nicht kompatibel.
  • Aufgrund des unterschiedlichen Kerndurchmessers kann keine saubere Kopplung erfolgen.
  • Mischverbindungen führen zu hohen Dämpfungs- und Reflexionsverlusten.

Fazit

  • Glasfaser ist das modernste und leistungsfähigste Übertragungsmedium.
  • Sie bietet enorme Bandbreiten, große Reichweiten und hohe Abhörsicherheit.
  • In modernen Netzwerken wird sie für Backbone- und WAN-Strecken eingesetzt, während im LAN-Bereich häufig Multimode-Fasern dominieren.

Quellen