Nftables – Einführung
nftables – Einführung
nftables ist das moderne Firewall-Framework des Linux-Kernels. Es ersetzt das ältere iptables und ist seit Linux-Kernel 3.13 fester Bestandteil jedes aktuellen Linux-Systems.
Die Konfiguration erfolgt über das Kommandozeilenprogramm nft.
Warum nftables statt iptables?
iptables hat viele Jahre gute Dienste geleistet – es ist aber in die Jahre gekommen. Die wichtigsten Schwächen von iptables:
- IPv4 und IPv6 mussten getrennt konfiguriert werden (iptables und ip6tables)
- Regeln wurden immer vollständig von oben nach unten durchsucht – auch wenn das gar nicht nötig wäre
- Vordefinierte Tabellen und Ketten waren immer aktiv, egal ob man sie braucht oder nicht
- Änderungen am Regelsatz erforderten oft ein komplettes Neu-Einlesen aller Regeln
nftables löst all diese Probleme und bringt dabei eine klarere, einheitlichere Syntax mit.
Was ist neu und anders?
- Nur was gebraucht wird, wird angelegt
- Bei iptables gibt es vordefinierte Tabellen und Ketten, die immer vorhanden sind.
- Bei nftables legt man nur das an, was man wirklich braucht – nichts läuft im Hintergrund ohne Grund.
- IPv4 und IPv6 gemeinsam verwalten
- Mit der inet-Familie in nftables kann man eine einzige Regel schreiben,
- die sowohl für IPv4- als auch für IPv6-Pakete gilt. Schluss mit doppelter Arbeit.
- Schnellere Paketverarbeitung
- nftables kann Pakete mithilfe von Sets und Maps sehr effizient sortieren,
- ohne jede Regel einzeln prüfen zu müssen.
- Flexiblere Regeln
- Eine einzelne nftables-Regel kann mehrere Aktionen auf einmal ausführen –
- zum Beispiel gleichzeitig zählen, loggen und blockieren.
Kompatibilität mit iptables
Wer bisher mit iptables gearbeitet hat, muss nicht sofort alles neu lernen. Es gibt Werkzeuge, die bestehende iptables-Regeln automatisch nach nftables konvertieren. Außerdem bringt nftables eine Kompatibilitätsschicht mit, über die iptables-Befehle weiterhin funktionieren – zumindest für den Übergang.