Open Vswitch Grundlagen
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Überblick
- Freier, softwarebasierter virtueller Switch für Linux und BSD
- Entwickelt für Virtualisierung, Cloud und SDN
- Vergleichbar mit Cisco Catalyst oder Nexus auf Software-Basis
- Erweitert klassische Linux-Bridge um VLANs, Flows, Tunneling, Mirroring
Ziele
- Einheitliche Netzwerkschicht für VMs, Container und physische Interfaces
- Ersatz oder Ergänzung physischer Switches
- Unterstützung von Automatisierung und SDN
- Erweiterte Funktionen für Monitoring und Segmentierung
Architektur
Datapath (Kernel-Ebene)
- Kernel-Modul für schnelle Paketverarbeitung
- MAC-Lookups, VLAN-Tagging, Forwarding
- Performance durch direkte Integration in den Kernel
vswitchd (User-Space-Daemon)
- Prozess im Userspace
- Entscheidet über neue Flows
- Programmiert Flow-Tabellen im Kernel-Datapath
OVSDB (Open vSwitch Database)
- Persistente Datenbank für Konfiguration
- Bridges, Ports, VLANs, Mirrors werden gespeichert
- Änderungen über ovs-vsctl dauerhaft
Management-Schnittstellen
- Lokale CLI-Tools (ovs-vsctl, ovs-ofctl)
- APIs für Automatisierung
- Integration in Orchestrierungssysteme (z. B. OpenStack Neutron)
- SDN-Steuerung über OpenFlow oder OVSDB-Remote
Konzepte
Bridges
- Zentrale logische Switch-Instanz
- Verbindet Ports und stellt Layer-2-Weiterleitung bereit
Ports
- Schnittstelle einer Bridge
- Physisch, virtuell oder Tunnel-Endpunkt möglich
VLANs
- Access-Ports gehören zu einem VLAN
- Trunk-Ports transportieren mehrere VLANs
- Native VLAN für untagged Frames definierbar
Flows
- Regeln für Paketbehandlung
- Match-Kriterien: MAC, VLAN, IP, Protokoll
- Aktionen: Weiterleiten, Taggen, Droppen
Mirrors
- Port-Mirroring (SPAN) möglich
- Pakete von Quellports auf Zielport gespiegelt
- Einsatz für IDS/Monitoring
Einsatzszenarien
- Virtuelle Switch-Schicht in Cloud-Infrastrukturen (OpenStack, Kubernetes)
- VLAN-Segmentierung und Overlay-Netze (VXLAN, GRE)
- Ersatz für physische Switches in Schulungs- und Testumgebungen
- Integration in SDN-Szenarien
Vorteile
- Hohe Flexibilität durch Software
- Konfiguration persistent durch OVSDB
- Automatisierung und Orchestrierung leicht möglich
- Mehr Funktionen als einfache Linux-Bridge (QoS, Tunneling, SPAN)
Herausforderungen
- Performance abhängig von CPU und Kernel-Implementierung
- Debugging von Flows komplex
- Höhere Lernkurve als bei Linux-Bridge
Fazit
- Open vSwitch ist zentrale Technologie für moderne Netzwerke
- Vereint klassische Switch-Funktionalität mit SDN-Möglichkeiten
- Eignet sich für Rechenzentren, Cloud-Umgebungen und Schulungen